„Nacht der Freiheit“ am 12. Mai! „Baden-Württemberg liest Luther“

In vielen Gemeinden wird am 12.05. die „Nacht der Freiheit“ gefeiert.
Wir verbinden diesen Vorschlag mit dem anderen Impuls zum Lesen von Martin Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (1520). Wir beginnen um 20 Uhr, sitzen im Rückraum der Kirche an Tischen, mit Knabbereien und Getränken.
Wir hören Auszüge aus der Freiheitsschrift: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan. ...“
Wer lesen wird, steht noch nicht fest. Wir suchen einen sprech-erfahrenen Menschen, oder auch zwei...
Der Projektchor Spiritual singt Gospels von der Sehnsucht nach Freiheit (und andere...). Wer mitsingen will: Erste Probe ist am Freitag, 10.03. um 19 Uhr. Weitere Probentermine werden dann vereinbart und stehen auf unserer Homepage.

Und wir laden ein zu meditativen und fröhlichen Tänzen, mit denen wir die Freiheitsgedanken in Bewegung umsetzen.
Wer will, kann mittanzen (Leitung der Tänze: Susanne Riedel-Zeller).

Herzlich willkommen!

Frauentag im Ev. Kirchenbezirk 26. März, 14-17 Uhr

Zum jährlichen Frauentag wird herzlich eingeladen, in diesem Jahr ins Evang. Gemeindehaus nach Lustnau - und mit einem Thema zum Reformations-Jubiläumsjahr!
Rundfunkpfarrerin Dr. Lucie Panzer spricht zum Thema: „Auf gutem Grund leben - wie ich Martin Luther verstehe.“
Sie schreibt dazu: „Wer verlässlichen Grund unter den Füßen hat, kann sich frei bewegen. Das ist eine Grunderfahrung der Reformation. Aber brauchen wir die noch in Zeiten beinahe grenzenloser Freiheit? Was gibt Menschen Halt? Und was macht sie frei?“

Wie immer gibt es Kaffee und Kuchen und Zeit zum Gespräch.

Wir wünschen einen schönen und interessanten Nachmittag!

Eine Zwischenbilanz zur Situation im Hagellocherweg Januar 2017

Januar 2017 

Einschließlich der kleinen Kinder leben nun in den beiden Häusern 14 und 12 insgesamt 42 Personen. Einige der Familien bereiten sich derzeit auf den Umzug in eine von der Stadt oder den Orten der Umgebung gestellten Wohnung vor. - Viele der Flüchtlinge warten allerdings immer noch auf ihre Anerkennung. Die letzten Anhörungen waren Ende Oktober 2016. Den Betroffenen wurde versprochen, dass etwa in einem Monat die Bescheide kommen sollen, also Ende November. Allerdings ist dies bis Ende Januar noch nicht  erfolgt. (Soeben erfahren, ständig andere Situation: Ein Polizist aus Ramadi hat nun in Deutschland die Anerkennung für ein Jahr. ) Dieses furchtbare Warten zehrt natürlich sehr an den Nerven. Ein Iraker sagte mir, dass er jedes Mal zusammenzucke, wenn der Postbote komme. Insgesamt drei Personen hatten bisher meines Wissens nach noch überhaupt keinen Termin für ihre Anhörung . Natürlich sind sie sehr verunsichert.

Seit Dezember 2015, als die ersten Wohnungen belegt wurden, gab es immer wieder erhebliche Fluktuationen in den vier Häusern 12-18. Zu einem Zeitpunkt wohnten insgesamt 95 Personen in 13 Wohnungen. Zusammen genommen waren es deutlich mehr als 120 Personen, die  kamen und gingen oder heute noch da sind. Vor allem die Renovierung der Häuser 16 und 18 ab August 2016 hat eine Umzugswelle ausgelöst; die meisten Betroffenen wurden auf andere Wohnungen in Tübingen verteilt; einige mussten allerdings auch nach Rottenburg ziehen, insbesondere alle Personen aus Gambia.

Nach der Anerkennung wurden viele Familien und Einzelpersonen auf städtische Wohnungen oder Wohnungen in den umgebenden Ortschaften verteilt. Zu vielen von ihnen besteht weiter recht enger Kontakt. Sie haben sich den Umständen entsprechend an ihrem neuen Wohnort gut eingelebt, soweit dies von außen überhaupt zu beurteilen ist.

Das Erlernen der deutschen Sprache: die Schulpflicht war für alle Kinder ein ganz wichtiger Ausgangspunkt für das Erlernen der deutschen Sprache. Und soweit wir es wissen sind alle Kinder recht gut in der Schule vorangekommen. Auch junge erwachsene Männer erlernen die Sprache relativ gut, aber natürlich wechselt dies von einem zum andern sehr stark. Das  Sprachlernangebot ist in Tübingen zumindest für Männer gut. Bedrückend ist, das meines Wissens nur drei Frauen dieses Angebot nutzen können, keine der anderen Frauen ist je zum regulären Sprachkurs gegangen. Vor allem die Fürsorge für die Kinder verhindert dies, aber auch das Zögern, die Wohnung zu verlassen. Dazu gleich mehr.

Aus meiner Sicht ist es niederschmetternd, wie langsam die Vermittlung in Beruf, Ausbildung, Praktika geschieht. Meines Wissens haben  zwei Männer eine Gelegenheitsarbeit in einem arabischen Markt. Ein Syrer, der allerdings schon das dritte Jahr in Deutschland ist und immer noch auf seine Anerkennung warten muss, geht einer geregelten Arbeit in einer Autowerkstatt in Wannweil nach. Und ein weiterer Mann ist offenbar in einem Friseurbetrieb angestellt. Alle anderen Männer und natürlich auch die Frauen sind völlig ungewiss über Ihre berufliche Zukunft. Unter den Frauen gibt es allerdings eine Ausnahme. Eine junge Frau aus Damaskus ist mit ihrer Mutter und ihrem Sohn aus Ostfriesland zu uns im September 2016 gekommen. Sie hat ein Stipendium und arbeitet in einem universitätsnahen Institut an ihrer Doktorarbeit. Sie und ihre Mutter sind Drusinnen, ihr offenes, unbefangenes Verhalten in der deutschen Gesellschaft ist im Vergleich zu den anderen Frauen geradezu atemberaubend. (Nun wohnen die 3 in Waldhäuser-Ost.)

Für unser deutsches Verständnis gibt es einen sehr großen Unterschied zwischen dem Verhalten der Männer aus dem Irak und Syrien in der deutschen Öffentlichkeit und dem der Frauen. Nach dem anfänglichen Zögern arbeiten nun bis auf wenige Ausnahmen alle Männer daran ihre deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern und nehmen an den angebotenen Kursen teil, wie ich schon oben schilderte. Auch sonst haben sie offenbar keine Schwierigkeiten, ihre Wohnungen zu verlassen und die verschiedenen Angebote in Tübingen zu nutzen. Einige – sicherlich noch zu wenige – gehen auch in lokale Sportvereine.

Der Tagesablauf für Frauen ist grundverschieden, sie sind ganz an die Wohnungen gebunden. Allenfalls zum Einkaufen verlassen sie ihre Wohnungen, dies aber auch meist in Begleitung ihrer Männer.

Umso dankbarer können wir sein, dass wir unser Sprachcafé Montag nachmittags im Stephanus Zentrum haben. Hierhin kommen die Frauen mit ihren Kindern gern und genießen es ganz offenbar, fröhlich zusammen zu sein. Dieses Sprachcafé ist auch das am besten sichtbare  Beispiel für den Einsatz Ehrenamtlicher, insbesondere ehrenamtlicher Frauen. Sie scheuen keine Mühe und Arbeit. Schon um kurz vor 15:00 Uhr also etwa 40 Minuten vor Beginn des Sprachcafés bereiten sie alles vor: Kaffee, Tee, Gebäck stehen bereit. Unterrichtsmaterial. Für die kleinen Kinder werden die Spielsachen herbeigeholt,  kleine Tische und Stühle. Der bunte Teppich für die kleinen Kinder  wird ausgerollt. Und im Vorraum stehen wie auf einem Mini-Autohof die kleinen Spielautos, die Roller etc. sauber parat nebeneinander. Und kurze Zeit später wird das Stephanus Zentrum vom Kindergeschrei erfüllt, von Spiel und lautem Lachen, gar Juchzen. Gleichzeitig haben sich an jedem Tisch 2-, 3er Gruppen zum Deutschlernen gebildet. Am Anfang war die Zahl der Ehrenamtlichen sehr hoch, jetzt ist sie in etwa  ausgeglichen mit den Lernenden.

Die Zahl derjenigen, die im Hagellocher Weg wohnen, geht nun langsam zurück, offenbar auch in Vorbereitung der Renovierung der Häuser 12 und 14, die ab Sommer ansteht. Die Zahl der Teilnehmenden am Sprachcafé ist allerdings gleichbleibend, vielleicht gibt es sogar eine kleine Zunahme. Denn viele ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner des Hagellocher Wegs kommen Montag für Montag von ziemlich weit her, aus Kusterdingen, aus Nehren, aus Hirschau, aus all den anderen Stadtteilen Tübingens, in denen sie nun wohnen. Zumindest im Augenblick, unser Sprachcafé ist wirklich eine zentrale Begegnungsstätte für viele Flüchtlinge und Ehrenamtliche, und sie ist  von sehr großer Bedeutung. Ich möchte meinen sehr großen Dank betonen: das Team Sprachcafé setzt sich sehr ein und zaubert einen herrlichen Nachmittag herbei!

Dankbar dürfen wir auch für die vier Feiern sein, die wir zweimal vor Weihnachten, zum Frühjahr und im Sommer hatten. Es kamen jeweils um die 80 Personen zusammen und es war jeweils ein richtiges Fest. Unvergesslich für alle ist der Nikolaus vom letzten Dezember!

Die Arbeit der circa 30 Ehrenamtlichen, die zusammen mit Flüchtlingen Tandem-Teams bilden, ist äußerst vielfältig. Und äußerst wichtig, auch ihnen einen sehr großen Dank. -  Viele, viele Behördengänge. Umzüge. Möbelbeschaffung. Gemeinsame Unternehmungen, Einladungen. Vermittlung von Sprachkursen. Jetzt das Suchen von Ausbildungsmöglichkeiten,  gar Arbeitsverhältnissen. Wohnungssuche. Übersetzen von Dokumenten.

Alle 2 Monate hatten wir bisher Treffen dieser Ehrenamtlichen in der Tandemteamarbeit, darunter eine Fortbildung „ Auf Augenhöhe“. Bei diesen Treffen ging es um den Austausch unserer Erfahrungen, das Durchdenken der verschiedenen Herausforderungen, direkt auch um Fortbildung in den vielen wichtigen Fragen, die für die Zukunft der Flüchtlinge von so großer Bedeutung sein können, die aber auch die Überwindung der ganz banalen täglichen Hindernisse erst einmal ermöglichen.

Vieles kommt in diesem Bericht nicht oder allenfalls andeutungsweise zur Sprache. Die Kleiderkammer z.B. wäre zu beschreiben, und der große Einsatz zweier Ehrenamtlicher dort. 

Zwei Stichworte möchte ich noch nennen: Dankbarkeit und die ungeheure seelische Belastung der Geflüchteten.

Auch wir Ehrenamtlichen können die große psychische Last der Flüchtlinge nur ahnen: Die unmittelbare Sorge um die Verwandten zu Hause, die schlimmsten Nachrichten von dort immer neu und die Angst vor der nächsten Unheilsnachricht, die Sorge um die Zukunft in all den vielen Aspekten, Herbeisehnen des Friedens, gar des Wiederaufbaus, dann ganz persönlich: Anerkennung, Sprache, Ausbildung , Beruf, Wohnung, Anpassung - wie weit denn? - gar Integration?, Sorge, die eigene Kultur und Religion, die eigenen Überzeugungen nicht zu verraten, die Zukunft der Kinder, die Überwindung der traumatischen Erlebnisse bisher.

Wir Ehrenamtlichen dürfen bei allem unsere Dankbarkeit nicht vergessen. Die Freundlichkeit und - so weit möglich - Offenheit der Flüchtlinge zu uns, ja, Herzlichkeit. Unser eigener Zusammenhalt und die gegenseitigen Ergänzungen in unserem Team. Die kleinen täglichen Siege, wieder einmal etwas schier Unüberwindliches —— überwunden. Die strahlenden Augen der Kinder, ihr Lachen und ihre Freude. Nicht zuletzt die ganzen Möglichkeiten und Angebote im Stephanus Zentrum. Auch dürfen wir dankbar sein für unsere Ansprechpartnerinnen beim Landkreis und bei der Stadt.

Ganz zum Schluss ein Rezept: Wenn Sie einmal Sorgen haben sollten, wie wird das alles, wohin steuern wir - auch angesichts der politischen Entwicklung in unserem Land und in den andern Ländern: Schauen Sie einfach mal montags beim Sprachcafé vorbei, einen Augenblick hören und sehen! Das hilft vielleicht ganz gut!

Rainward Bastian

Veronika Jetter bleibt Kinderchorleiterin!

Ihre Arbeit mit den Kindern ist ganz prima! Dafür sind wir sehr dankbar!
Die unbefristete Weiterbeschäftigung ist nur möglich Dank der Zusage mehrerer Eltern, uns in der Finanzierung der Stelle zu unterstützen. Vielen Dank!

Aber wir hoffen auch auf Unterstützung aus der Gemeinde in der Spendenbitte, die beiliegt.

Wechsel im Kirchengemeinderat

Meike Kohlhepp hat aus persönlichen Gründen darum gebeten, sie von der Arbeit im Kirchengemeinderat wieder freizustellen. Wir haben ihrer Bitte zugestimmt und sie entpflichtet, aber mit herzlichem Dank für ihre Impulse und alle Zeit, die sie eingebracht hat!
Sie wird auch weiterhin in der Gemeinde tätig bleiben, z.B. beim Projekt „Konfis kochen für ihre Eltern“ und anderem mehr.

Danke, liebe Meike!

20 Jahre in der Stephanusgemeinde

Am 1. Mai 2017 ist Pfr. Ulrich Zeller 20 Jahre in unserer Gemeinde.
Mit großem Engagement hat er vieles bewirkt und Akzente gesetzt. Gemeinsam haben wir viele Gottesdienste und Feste gefeiert.
Er hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Gemeindeglieder, die einfühlsame Seelsorge ist eine seiner Stärken. Auch die Konfirmandenarbeit ist ein Herzstück seiner Arbeit, viele Jugendliche kann er für weitere Mitarbeit gewinnen.
Seine Liebe zur Musik und die Begabung für Theater und Dichtkunst begeistern stets aufs Neue. Aktuell beim Historienspiel zu Luther.
Die gute Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Mitarbeitenden wird von uns allen sehr geschätzt. Wir bekommen viel Freiraum und immer Unterstützung.

Der Kirchengemeinderat dankt Dir, lieber Uli, ganz herzlich für diese Zeit in Stephanus. Aber was wäre ein Pfarrer ohne den Rückhalt seiner Frau? Auch Susanne sei hier herzlich gedankt!

Irmi Lang, Monika Westemeier

Zwei besondere Höhepunkte in der Feier des Reformationsjubiläums liegen hinter uns.

Beide waren sehr gelungen und haben uns selbst und alle Gäste begeistert!

Eindrücke vom Historienspiel

 

Lukas Stadler als Martin Luther hatte mit Abstand den meisten Text auswendig zu lernen! Er ist Student im 1. Semester und hat super gut gespielt! Wir sind ihm sehr dankbar für sein Engagement!

 

Die Szenen „Dem Volk aufs Maul geschaut“ waren voller Lebendigkeit und spiegelten den Zwiespalt im Volk: Für oder gegen Luther...

 

Luther und sein Betreuer auf der Wartburg Hans von Berlepsch.

 

Nonnen beraten sich über die Flucht aus dem Kloster Nimbschen.

 

Sie werden in einem Spottlied von den fahrenden Sängersleuten auf die Schippe genommen!

 

Die „Fluchthelfer“ für die Nonnen.

 

Zwei Studenten wundern sich über Junker Jörg, Luther inkognito.

 

Und natürlich darf Katharina von Bora nicht fehlen. Diese umfangreichste Frauenrolle wurde souverän gespielt von Monica Janders.
Hier im Bild als zukünftige Ehefrau des Reformators.

 

Am Ende gab es großen Applaus für alle Beteiligten! Wir danken besonders herzlich allen, die uns in der Planung ermutigt und durch tatkräftige Mithilfe und Spenden unterstützt haben!

Eindrücke vom Luthermahl

Der Gemeindesaal war voll besetzt, rund 130 Personen erlebten einen besonders eindrücklichen Abend.

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Katharina Bärenfänger Pfarrerin, wissenschaftliche Angestellte am Lehrstuhl Kirchengeschichte I im Institut für Spätmittelalter und Reformation.

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Prof. Dr. Volker Leppin Lehrstuhlinhaber Kirchengeschichte I und Institutsdirektor am Institut für Spätmittelalter und Reformation der Evang.-theol. Fakultät Tübingen.

 

Die Referent/Innen hatten alle auf ihre je eigene Weise Wissenswertes mitgebracht.

 

Die Musik war nicht nur „Pausenfüller“ sondern hohe Kunst.

 

Und alle, die in der Küche und beim Bedienen geholfen haben, gaben ihr Bestes!

Herzlichen Dank allen, die mitgeholfen haben!

Irmi Lang und Monika Westemeier

Vorankündigung: Ökumenisches Gedenken - ökumenische Erneuerung!

Nach einem gemütlichen Frühstück am Samstag, 1. April hält uns Dr. Daniela Blum, katholische Theologin, einen Vortrag zur ökumenischen Situation auf dem Reichstag in Speyer (1529), mit Impulsen für das ökumenische Gespräch heute.
Im gemeinsamen Gottesdienst am 2. April steht die „Heilsame Erinnerung“ im Mittelpunkt. Zusammen mit der St. Johannesgemeinde und der Ev.-Methodistischen Gemeinde fragen wir nach dem Schmerz über die gespaltene Kirche Jesu und wissen uns heute zur heilsamen Gemeinschaft in der Ökumene verpflichtet, auf dem Weg zu einem gemeinsamen „Christusfest“.