DANKE, Frau Schmidt!

Wechsel in der Leitung des Frida-Wetzel-Kindergartens.

Seit September 1995 war Rita Schmidt hier tätig, zunächst als Gruppenleiterin, seit Herbst 2004 als Leiterin unseres Kindergartens. Wie viele Kinder hat sie in dieser langen Zeit ein Stück auf ihrem Lebensweg begleitet?!

Mit Liebe, Geduld, Weisheit und allem, was dazu gehörte. Kinder entwickeln sich in den wenigen Jahren ihrer Kindergartenzeit vom Wickelkind zum Schulkind, sie entdecken ihre kleine Welt um sich herum, stellen Fragen, wollen eine Antwort hören; sie brauchen Zuwendung, Aufmerksamkeit, manchmal Trost. Und bei allem durfte und konnte Rita Schmidt helfen und fördern, beobachten, sich mitfreuen - und staunen.

Das ist mir besonders aufgefallen in den Gesprächen mit ihr, dass sie das Staunen der Kinder selbst immer wieder neu zum Staunen gebracht hat.

Beim Sommerfest am 8. Juli - so war es ihr Wunsch - wurde sie im Kreis der Kinder und Eltern offiziell verabschiedet, auch wenn sie bis zum 18. August noch präsent blieb.

Wir danken Frau Schmidt sehr herzlich für ihre sehr gute, qualifizierte Arbeit in unserem Kindergarten, im Team, mit Kindern und Eltern! Und wir danken ihr ebenso für alle gute Zusammenarbeit mit unserer Stephanusgemeinde, z.B. in den jährlichen gemeinsam gestalteten Gottesdiensten, bei der Kinderbibelwoche im Kindi und zum Gemeindefest!

Als Zeichen des Dankes bekam sie von Eltern und Kindern einen Riesenkoffer „Gute Reise in den Ruhestand!“, gefüllt mit vielen kleinen Erinnerungsstücken und Überraschungen, und einen duftenden Rosenstock von der Gemeinde.

Mit einem Segenslied wurde sie verabschiedet.

Ulrich Zeller

Zwei neue Mitglieder im Kirchengemeinderat!

Nach dem Ausscheiden von Meike Kohlhepp aus dem Kirchengemeinderat im November 2016 wurde eine Nachwahl in den KGR nötig. Die Nachwahl ist nach der Ordnung unserer Landeskirche Aufgabe des Kirchengemeinderats.
Wir haben Herrn Jan Bronger gefragt, ob er bereit wäre für diese Aufgabe, und ihn nach seiner Zusage gewählt.
Er wurde im Gottesdienst am 26. März ins Amt als Kirchengemeinderat eingesetzt.
Hier stellt er sich vor:

Liebe Gemeinde,
geboren wurde ich in Kiel, aufgewachsen bin ich im Ostseebad Heikendorf an der Kieler Förde.
Zum Studium kam ich nach Tübingen. Geschichte, Russisch und Politik waren meine Magisterabschlußfächer. Mittlerweile bin ich jedoch seit 18 Jahren in der EDV tätig, aktuell als SAP Logistik Berater in Böblingen.
Zusammen mit meiner Frau Heike Holzwarth und und unserer Tochter Franka Bronger wohne ich in der Friedrich-Dannenmann-Straße 20.
Auf die neue Aufgabe, als Kirchengemeinderat mich für die Gemeinde einzusetzen, bin ich schon sehr neugierig und gespannt.

Herzliche Grüße, Jan Bronger

Außerdem hat der KGR beschlossen, eine Zuwahl durchzuführen, die ebenfalls vom KGR vorzunehmen ist. Wir können maximal zwei Personen zuwählen, die das Gremium verstärken.
Wir haben Frau Michaela Braun angefragt. Auch sie hat zugestimmt und wurde im Gottesdienst am 30. April ins Amt als Kirchengemeinderätin eingesetzt.
Auch sie stellt sich vor:

Liebe Gemeinde,
mit meinem Mann Wolfgang und unseren drei Töchtern Sarah, Hannah und Leonie lebe ich jetzt schon einige Jahre in der Stephanusgemeinde und habe mich hier von Anfang an wohl gefühlt.
In meiner ersten Zeit hier habe ich durch die Mitarbeit im Team des Frauenfrühstücks viele neue Kontakte geschlossen und danach mehrere Jahre in der Kinderkirche mitgearbeitet.
Von Beruf bin ich Erzieherin und Heilpädagogin und arbeite aktuell in einem evangelischen Kindergarten und als Kursleiterin an der Familienbildungsstätte.
Als neu zugewählte Kirchengemeinderätin freue ich mich auf eine interessante Zeit mit neuen Aufgaben und Herausforderungen in der Gemeinde, auf vielfältige Kontakte und ein gutes Miteinander.

Herzliche Grüße, Michaela Braun

Wir freuen uns sehr,
dass beide zugesagt haben! Das ist nicht selbstverständlich in unserer Zeit, in der viele Gemeinden und andere Organisationen über die Schwierigkeit klagen, Ehrenamtliche zu finden.
Wir danken den zwei neuen Mitgliedern im Gremium deshalb von Herzen für ihre Bereitschaft und wünschen ihnen und uns für die gemeinsame Arbeit Gottes guten Segen!

Übrigens: Die nächste Kirchenwahl steht Ende 2019 an.

Singen für die Seele

Herzliche Einladung zum Abendsingen im Christiane-von-Kölle-Stift!
Immer mehr Menschen leiden unter demenziellen Erkrankungen. Zu ihnen Kontakt herzustellen, funktioniert häufig nicht mehr über Worte. Gerade da schafft die Musik Zugänge in verschlossen geglaubte Räume.
Daniela ist begeistert von ihrem Ehrenamt:
„Seit gut einem Jahr mache ich beim Abendsingen im Christianevon-Kölle-Stift mit. Zunächst freue ich mich darauf, gleich nach Feierabend die anderen Mitwirkenden zu treffen, weil wir eine tolle Gruppe sind. Gemeinsam gehen wir in die Wohngruppen und singen Lieder wie beispielsweise ‚Der Mond ist aufgegangen‘. Schön ist dabei, in einige strahlende Gesichter zu blicken. Es ist beeindruckend wie viele Texte die Kölle-Stift-Bewohner auswendig können.
Bewohner, die nicht dabei sein können, bekommen anschließend persönlich ein Lied im Zimmer vorgesungen, wenn sie es wünschen. Immer wieder ist es motivierend wie vielen Mitmenschen man in dieser Stunde ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Ich hoffe, dass mir ebenfalls jemand das Leben mit Musik und Anwesenheit versüßen wird, falls ich einmal ins Seniorenheim kommen sollte. Das geht jedoch nur, wenn wir füreinander da sind.“ Soweit Daniela.

Einführung in das „Abendsingen“

Am Montag, 06. Juli, von 19 bis 21:30 Uhr wird Heidrun Speck ein Einführungsseminar im Kölle-Stift anbieten.
Die Musikerin und Chorleiterin hat das Abendsingen mit entwickelt und singt selbst regelmäßig in einem Altenheim. Sie wird folgende Themen mit uns besprechen.
Die Besonderheit der Situation am Bett.

  • Wenn Menschen demenziell erkrankt sind.
  • Auswahl der Lieder.
  • Zeit für Austausch und Fragen.
  • Und natürlich: singen, singen, singen!

Auch bereits aktive Abendsängerinnen sind herzlich eingeladen.
Wer sich zum Seminar anmelden oder das Abendsingen unverbindlich kennenlernen möchte, kann sich melden bei Ehrenamtskoordinatorin Gertrud Rahlenbeck, Tel. 566 66 34 / gertrud.rahlenbeckdontospamme@gowaway.samariterstiftung.de oder bei Diakonin Martina Bosch, Tel. 96 99 750 / bosch.diakoniedontospamme@gowaway.gmx.de
Wir freuen uns auf Sie!

Martina Bosch

Kinderflohmarkt am 7. Oktober

Flohmarkt für Kinderkleidung und Spielsachen

Samstag, 7. Oktober von 14:30 bis 17 Uhr.

Herzliche Einladung zu unserem großen Kinderflohmarkt im Gemeindesaal! Es besteht wieder Gelegenheit, von Anorak bis Zipfelmütze und andere Dinge rund ums Kind zu kaufen und zu verkaufen.

Es gibt wie immer wunderbare selbstgebackene Kuchen (auch zum Mitnehmen), frische Waffeln und Getränke.

Wir freuen uns auf ein buntes, fröhliches Treiben!

Wir sind sehr dankbar über Kuchenspenden auch aus der Gemeinde, da die Kuchenspenden der Teilnehmenden deutlich zurück gegangen sind.

Nähere Info und Anmeldung (möglich ab Januar) über unsere Extra-Webseite: www.flohmarkt-stephanus.de oder Infos bei M. Westemeier, Tel. 4 36 26.

Wir weisen alle Teilnehmenden darauf hin, dass wir für persönliches Eigentum keine Haftung übernehmen!

ADVENTSBASAR am 20. November 2016

Am Ewigkeitssonntag findet nach dem Gottesdienst im Gemeindesaal wieder unser Adventsbasar statt.
Angeboten werden Adventskränze in verschiedenen Größen, adventliche Gestecke, Türkränze, sowie Weihnachtsgebäck, Marmelade und anderes mehr. (Verkauf ca. 11:15 – 12:45 Uhr). Der Erlös kommt unserer Gemeindearbeit zugute.

Wir freuen uns, wenn Sie kommen und uns durch Ihren Einkauf unterstützen!

Vielen Dank!

Vorbereitungen - Wer hilft mit?

Das gemeinsame kreative Arbeiten macht immer wieder allen viel Spaß. Wir sind sicher, dass es auch in diesem Jahr so sein wird, und dass wieder viele wunderbare Adventskränze und Gestecke entstehen werden.

Deshalb laden wir herzlich ein zu folgenden Terminen:

Am 17.Oktober und 14. November, zweimal dienstags, jeweils von 15 bis 18 Uhr.

Wir überziehen Metallringe mit Heu, die als „Unterbau“ für unsere Adventskränze dienen; und die Kerzen für die Adventskränze müssen mit Metallstiften „gespickt“ werden.

Dann geht es weiter unmittelbar vor dem Adventsbasar,
am Donnerstag, 23.11. von 9 – 12:30 Uhr und 14 – 22 Uhr,
und am Freitag, 24.11. von 9 – 12:30 Uhr und 14 – 20 Uhr.

An beiden Tagen werden wir Kränze und Gestecke herstellen.

Wir brauchen wieder viele Helferinnen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Bitte bringen Sie eine Rebschere mit. Wählen Sie bitte die für Sie günstigste Zeit aus; schon zwei Stunden Mitarbeit helfen uns sehr. Schauen Sie doch vorbei! Neben aller Arbeit bleibt Zeit für Kaffee, Tee und fürs Gespräch.

Wer spendet...

...Grünmaterial?
Denken Sie bitte bei Ihren herbstlichen Aufräumarbeiten im Garten daran, dass wir sehr viel Grünmaterial brauchen (Weißtanne, Kiefer, Wachholder, Eibe, Buchs......).
Sie können es selbst vorbei bringen oder von uns abholen lassen.

...Quitten oder einen Hokaidokürbis?
damit wir Gelee und Marmelade kochen können? Auch Quitten und Kürbis holen wir gerne ab!

...Weihnachtsgebäck?
Von der ersten Backaktion bekommt die Gemeinde etwas ab? Das wäre prima!
Abgabe bitte bis Donnerstag, 23.11. um 15 Uhr in der Küche des Zentrums.
Rückfragen rund um den Adventsbasar gerne bei Irmi Lang (Tel. 4 12 32, irmilang@t-online.de) oder Monika Westemeier (Tel. 4 36 26, Monika_Westemeier@web.de).
Herzlichen Dank für jede Mithilfe!

Adventskranz - selbst gemacht

Wie jedes Jahr bieten wir am Montag, 27. November, um 09:15 Uhr, die Möglichkeit an, einen Adventskranz oder Türkranz selbst zu binden. Die Materialien (Grüngut, Kerzen und Dekomaterial) stehen bereit, so dass jede/r einen fertig geschmückten Adventskranz mit nach Hause nehmen kann. Bitte Rebschere mitbringen.

Materialkosten: 15,00 € (mit Schmuck und 4 Kerzen)

Rückfragen rund um den Adventsbasar gerne bei Irmi Lang (T.41232, irmilang@t-online.de) oder Monika Westemeier (T.43626, Monika_Westemeier@web.de).

Herzlichen Dank für jede Mithilfe oder Mitarbeit!

1968 - 2018: 50 Jahre Stephanuskirche stehen bevor!

Noch feiern wir 500 Jahre Reformation, da rückt für uns ein Zehntel dieser Zeitspanne in den Blick: Am 26. Dezember 1968, dem Stephanustag, wurde unsere Kirche eingeweiht.
Bereits im Jahr 1957 wurde die Pfarrstelle Jakobuskirche II eingerichtet, weil die Stadt immer weiter in den Westen hinauswuchs und die Jakobusgemeinde sehr groß wurde. 1958 schon begannen Planungsgespräche mit der Stadt über den zukünftigen Standort einer neuen Kirche. 1962 wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, den Architekt Otto Nußbaum aus Backnang für sich entscheiden konnte. Noch vor der „Abnabelung“ der Tochtergemeinde wurde im Sommer 1965 mit dem Bau des Stephanuszentrums begonnen. Im Dezember 1965 wurde der erste Kirchengemeinderat für die zukünftige Stephanusgemeinde gewählt. Damit wurde die Gründung der Stephanusgemeinde besiegelt.
Unser Kirchengemeinderat wird für das bevorstehende Jubiläumsjahr ein paar Akzente setzen. Bisher steht nur fest, dass wir am 26.12.2018 einen besonderen Festgottesdienst feiern werden.

Es gibt weitere Ideen, über die wir in der KGR-Sitzung am 16. Mai sprechen.

Deshalb fragen wir an: Wer kann und will gerne helfen?
Wer kann...
... uns Bilder und Berichte aus den 50 Jahren ausleihen?
... alte Dias und Fotos digitalisieren?
... Schautafeln grafisch gestalten?
... vom einen oder anderen Ereignis erzählen, das andere interessieren könnte?
... bzw. möchte sich an der Konzeption und Herstellung einer kleinen Jubiläumsschrift beteiligen?
Wir freuen uns auf Rückmeldungen, Mitarbeitende, Hilfsangebote und auf verschiedene Leihgaben.

Kontakt: Pfarrer Zeller

Ostern in Aleppo! Syrische Christen bleiben und setzen Zeichen des Lebens!

Stuttgart / Aleppo, 24.04.2017 [Pressemitteilung unseres Gustav- Adolf Werks (GAW), gekürzt]

„Als armenisch-evangelische Christen wollen wir hier in unserer Heimat Syrien bleiben und hoffen, arbeiten und beten für eine bessere Zukunft“, schreibt Pfarrer Haroutune Selimian, Präsident der armenisch-evangelischen Gemeinden in Syrien und Pfarrer der Bethel-Kirche in Aleppo.
„Die Karwoche und das Osterfest in unseren Gemeinden - besonders in Aleppo - standen ganz unter dieser Hoffnung, dass es Sinn hat, dass wir hier sind und Zeugnis geben, dass unser HERR Jesus Christus dem Tod die Macht genommen hat.“ ...
Pfarrer Selimian berichtet von den bewegenden Ostergottesdiensten.
„Die Gottesdienste waren so überfüllt, dass wir sie nach draußen übertragen mussten. Auf dem Campus unserer Schule stand eine große Menschenmenge und lauschte an den Lautsprechern. Es war beeindruckend, wie viele gekommen waren, um das Osterfest zu feiern für uns nach über vier Jahren Krieg in einer befreiten Stadt!“
Selimian berichtet von der derzeitigen Situation in Aleppo:... „Plötzlich konnten wir von einem Stadtteil zum anderen laufen, ohne dass jemand uns anhielt oder aus dem Hinterhalt auf uns schoss. ... Gleichzeitig wurde daran gearbeitet, die Trinkwasserversorgung für alle Einwohner zu sichern. Ihr könnt euch kaum vorstellen, was für eine Freude es war, als plötzlich Wasser aus unseren Wasserhähnen lief! Leben ohne Wasser ist furchtbar hart. ...
Die Reparatur des ganzen Stromnetzes wird wohl Jahre dauern. Dankbar sind wir ... für die beiden vom GAW geförderten Stromgeneratoren. Trotz der Zerstörung in Aleppo geht das Leben weiter und wir sind dankbar und glücklich, dass wir hier sind und Aleppo wieder mit aufbauen können.“ ...

Aleppo ist momentan ein Fall für die Katastrophenhilfe, die Aufbauhilfe kommt erst später. ... Das GAW hat 30.000 € zur Verfügung gestellt, damit die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an der Bethel-Kirche in Aleppo durchgeführt werden können. Damit entstehen für eine Zeitlang Arbeitsplätze. ... Gleichzeitig ist eine sanierte Kirche mitten in der Zerstörung ein Zeichen, dass Menschen sich sammeln können und die Hoffnung bewahren, dass ihr Leben Sinn hat. ...

Diesen hoffnungsvollen Bericht wollten wir Ihnen weitergeben. Auch für diese Menschen können Sie spenden, direkt an das Gustav-Adolf-Werk, Ev. Bank, IBAN: DE92 5206 0410 0003 6944 37, BIC: GENODEF1EK1
Kennwort: 0-581-7376

Herzlichen Dank! Das Geld kommt an!

Situation der Flüchtlinge

Beim Frühlingsfest

Im März waren Werner Kremers und Dr. Rainward Bastian zu Gast im Kirchengemeinderat, um über die aktuelle Situation der Flüchtlinge zu berichten.
Beide Männer sind federführend in der Koordination des Engagements für Flüchtlinge.

Hier der bewegende Bericht von Dr. Bastian:

 

Einschließlich der kleinen Kinder leben nun in den beiden Häusern 14 und 12 insgesamt 42 Personen. Einige der Familien bereiten sich derzeit auf den Umzug in eine von der Stadt oder den Orten der Umgebung gestellten Wohnung vor. - Viele der Flüchtlinge warten allerdings immer noch auf ihre Anerkennung. Die letzten Anhörungen waren Ende Oktober 2016. Den Betroffenen wurde versprochen, dass etwa in einem Monat die Bescheide kommen sollen also Ende November. Allerdings ist dies bis Ende Januar noch nicht erfolgt. (Soeben erfahren, ständig andere Situation: Ein Polizist aus Ramadi hat nun in Deutschland die Anerkennung für ein Jahr. ) Dieses furchtbare Warten zehrt natürlich sehr an den Nerven. Ein Iraker sagte mir, dass er jedes Mal zusammenzucke, wenn der Postbote komme. Insgesamt drei Personen hatten bisher meines Wissens noch überhaupt keinen Termin für ihre Anhörung. Natürlich sind sie sehr verunsichert.

Seit Dezember 2015, als die ersten Wohnungen belegt wurden, gab es immer wieder erhebliche Fluktuationen in den vier Häusern 12-18. Zu einem Zeitpunkt wohnten insgesamt 95 Personen in 13 Wohnungen. Zusammen genommen waren es deutlich mehr als 120 Personen, die kommen und gingen oder heute noch da sind. Vor allem die Renovierung der Häuser 16 und 18 ab August 2016 hat eine Umzugswelle ausgelöst; die meisten Betroffenen wurden auf andere Wohnungen in Tübingen verteilt; einige mussten allerdings auch nach Rottenburg ziehen, insbesondere alle Personen aus Gambia.

Nach der Anerkennung wurden viele Familien und Einzelpersonen auf städtische Wohnungen oder Wohnungen in den umgebenden Ortschaften verteilt. Tu vielen von ihnen besteht weiter recht enger Kontakt. Sie haben sich den Umständen entsprechend an ihrem neuen Wohnort gut eingelebt, soweit dies von außen überhaupt zu beurteilen ist.

Das Erlernen der deutschen Sprache: die Schulpflicht war für alle Kinder ein ganz wichtiger Ausgangspunkt für das Erlernen der deutschen Sprache. Und soweit wir es wissen sind alle Kinder recht gut in der Schule vorangekommen. Auch junge erwachsene Männer erlernen die Sprache relativ gut, aber natürlich wechselt dies von einem zum andern sehr stark. Das Sprachlernangebot ist in Tübingen zumindest für Männer gut. Bedrückend ist, das meines Wissens nur drei Frauen dieses Angebot nutzen können, keine der anderen Frauen ist je zum regulären Sprachkurs gegangen. Vor allem die Fürsorge für die Kinder verhindert dies, aber auch das Zögern, die Wohnung zu verlassen. Dazu gleich mehr.

Aus meiner Sicht ist es bedrückend, wie langsam die Vermittlung in Beruf, Ausbildung, Praktika geschieht. Meines Wissens haben zwei Männer eine Gelegenheitsarbeit in einem arabischen Markt. Ein Syrer, der allerdings schon das dritte Jahr in Deutschland ist und immer noch auf seine Anerkennung warten muss, geht einer geregelten Arbeit in einer Autowerkstatt in Wannweil nach. Und ein weiterer Mann ist offenbar in einem Friseurbetrieb angestellt. Alle anderen Männer und natürlich auch die Frauen sind völlig ungewiss über Ihre berufliche Zukunft. Unter den Frauen gibt es allerdings eine Ausnahme. Eine junge Frau aus Damaskus ist mit ihrer Mutter und ihrem Sohn aus Ostfriesland zu uns im September 2016 gekommen. Sie hat ein Stipendium und arbeitet in einem universitätsnahen Institut an ihrer Doktorarbeit. Sie und ihre Mutter sind Drusinnen, ihr offenes, unbefangenes Verhalten in der deutschen Gesellschaft ist im Vergleich zu den anderen Frauen geradezu atemberaubend. (Nun wohnen die 3 in Waldhäuser-Ost.)

Für unser deutsches Verständnis gibt es einen sehr großen Unterschied zwischen dem Verhalten der Männer aus dem Irak und Syrien in der deutschen Öffentlichkeit und dem der Frauen. Nach dem anfänglichen Zögern arbeiten nun bis auf wenige Ausnahmen alle Männer daran ihre deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern und nehmen an den angebotenen Kursen teil, wie ich schon oben schilderte. Auch sonst haben sie offenbar keine Schwierigkeiten, ihre Wohnungen zu verlassen und die verschiedenen Angebote in Tübingen zu nutzen. Einige – sicherlich noch zu wenige – gehen auch in lokale Sportvereine.

Der Tagesablauf für Frauen ist grundverschieden, sie sind ganz an die Wohnungen gebunden. Allenfalls zum Einkaufen verlassen sie ihre Wohnungen, dies aber auch meist in Begleitung ihrer Männer.

Umso dankbarer können wir sein, dass wir unser Sprachcafé Montagnachmittags im Stephanus Zentrum haben. Hierhin kommen die Frauen mit ihren Kindern gern und genießen es ganz offenbar, fröhlich zusammen zu sein. Dieses Sprachcafé ist auch das am besten sichtbare Beispiel für den Einsatz Ehrenamtlicher, insbesondere ehrenamtlicher Frauen. Sie scheuen keine Mühe und Arbeit. Schon um kurz vor 15:00 Uhr also etwa 40 Minuten vor Beginn des Sprachcafés bereiten sie alles vor: Kaffee, Tee, Gebäck stehen bereit. Unterrichtsmaterial. Für die kleinen Kinder werden die Spielsachen herbeigeholt, kleine Tische und Stühle. Der bunte Teppich für die kleinen Kinder wird ausgerollt. Und im Vorraum stehen wie auf einem Mini-Autohof die kleinen Spielautos, die Roller etc. sauber parat nebeneinander. Und kurze Zeit später wird das Stephanus Zentrum vorn Kindergeschrei erfüllt, von Spiel und lautem Lachen, gar Juchzen. Gleichzeitig haben sich an jedem Tisch 2-, 3er Gruppen zum Deutschlernen gebildet. Am Anfang war die Zahl der Ehrenamtlichen sehr hoch, jetzt ist sie in etwa ausgeglichen mit den Lernenden.

Die Zahl derjenigen, die im Hagellocherweg wohnen, geht nun langsam zurück, ebenso im Sprachcafé, offenbar auch in Vorbereitung der Renovierung der Häuser 12 und 14, die ab Sommer ansteht. Die Zahl der Teilnehmenden am Sprachcafé ist allerdings gleichbleibend, vielleicht gibt es sogar eine kleine Zunahme. Denn viele ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner des Hagellocherwegs kommen Montag für Montag von ziemlich weit her, aus Kusterdingen, aus Nehren, aus Hirschau, aus all den anderen Stadtteilen Tübingens, in denen sie nun wohnen. Zumindest im Augenblick, unser Sprachcafé ist wirklich eine zentrale Begegnungsstätte für viele Flüchtlinge und Ehrenamtliche, und sie ist von sehr großer Bedeutung. Ich möchte meinen sehr großen Dank betonen: das Team Sprachcafé setzt sich sehr ein und zaubert einen herrlichen Nachmittag herbei!

Dankbar dürfen wir auch für die vier Feiern sein, die wir zweimal vor Weihnachten, zum Frühjahr und im Sommer hatten. Es kamen jeweils um die 80 Personen zusammen und es war jeweils ein richtiges Fest. Unvergesslich für alle ist der Nikolaus vom letzten Dezember!

Die Arbeit der circa 30 Ehrenamtlichen, die zusammen mit Flüchtlingen Tandem Teams bilden, ist äußerst vielfältig. Und äußerst wichtig, auch ihnen einen sehr großen Dank. - Viele, viele Behördengänge. Umzüge. Möbelbeschaffung. Gemeinsame Unternehmungen, Einladungen. Vermittlung von Sprachkursen. Jetzt das Suchen von Ausbildungsmöglichkeiten, gar Arbeitsverhältnissen. Wohnungssuche. Übersetzen von Dokumenten.

Alle 2 Monate hatten wir bisher Treffen dieser Ehrenamtlichen in der Tandemteamarbeit, darunter eine Fortbildung „ Auf Augenhöhe“. Bei diesen Treffen ging es um den Austausch unserer Erfahrungen, das Durchdenken der verschiedenen Herausforderungen, direkt auch um Fortbildung in den vielen wichtigen Fragen, die für die Zukunft der Flüchtlinge von so großer Bedeutung sein können, die aber auch die Überwindung der ganz banalen täglichen Hindernisse erst einmal ermöglichen.

Vieles kommt in diesem Bericht nicht oder allenfalls andeutungsweise zur Sprache. Die Kleiderkammer z.B. wäre zu beschreiben, und der große Einsatz zweier Ehrenamtlicher dort.

Zwei Stichworte möchte ich noch nennen: Dankbarkeit und die ungeheure seelische Belastung der Geflüchteten.

Auch wir Ehrenamtlichen können die große psychische Last der Flüchtlinge nur ahnen: Die unmittelbare Sorge um die Verwandten zu Hause, die schlimmsten Nachrichten von dort immer neu und die Angst vor der nächsten Unheils-Nachricht, die Sorge um die Zukunft in all den vielen Aspekten, Herbeisehnen des Friedens, gar des Wiederaufbaus, dann ganz persönlich: Anerkennung, Sprache, Ausbildung , Beruf, Wohnung, Anpassung - wie weit denn? - gar Integration?, Sorge, die eigene Kultur und Religion, die eigenen Überzeugungen nicht zu verraten, die Zukunft der Kinder, die Überwindung der traumatischen Erlebnisse bisher.

Wir Ehrenamtlichen dürfen bei allem unsere Dankbarkeit nicht vergessen. Die Freundlichkeit und - so weit möglich - Offenheit der Flüchtlinge zu uns, ja, Herzlichkeit. Unser eigener Zusammenhalt und die gegenseitigen Ergänzungen in unserem Team. Die kleinen täglichen Siege, wieder einmal etwas schier Unüberwindliches —— überwunden. Die strahlenden Augen der Kinder, ihr Lachen und ihre Freude. Nicht zuletzt die ganzen Möglichkeiten und Angebote im Stephanus Zentrum. Auch dürfen wir dankbar sein für unsere Ansprechpartnerinnen beim Landkreis und bei der Stadt.

Ganz zum Schluss ein Rezept: Wenn Sie einmal Sorgen haben sollten, wie wird das alles, wohin steuern wir - auch angesichts der politischen Entwicklung in unserem Land und in den andern Ländern: Schauen Sie einfach mal montags beim Sprachcafé vorbei, einen Augenblick hören und sehen! Das hilft vielleicht ganz gut!

Soweit der Bericht von Dr. Rainward Bastian.

Herr Hallouch (hinten links, neben Dr. Bastian) hat uns seine bewegende Geschichte erzählt. Neben ihm sitzt sein Sohn, der vieles übersetzt hat. Ein begabter und aufgeweckter Junge!
Die beiden sind als Asylsuchende anerkannt, und die meisten Familienangehörigen durften inzwischen ebenfalls hierher kommen; nicht allerdings die älteste Tochter, weil sie über 18 Jahre alt ist.
Was für ein Unsinn in der Flüchtlingspolitik, einer Familie, die viel Schweres erlebt hat, zusätzlich neues Leid zuzumuten.
Den vielen Ehrenamtlichen danken wir besonders herzlich.
Ob sie als Paten die Flüchtlinge begleiten und besuchen, beim Sprachcafé mithelfen oder über ein Jahr lang die Kleiderkammer betreuten... - die Hilfe für unsere Flüchtlinge ist vielfältig.
Es ist ein Segen, dass es so viele Freiwillige gibt, die sich engagieren, die ohne Angst auf „die Fremden“ zugehen und entdecken, wie schnell Freundschaften wachsen können.