Was ist der "Grüne Gockel"?
Der „Grüne Gockel“ ist ein zweijähriges Programm, der Weg zu einem
System des Umweltmanagements. Das Ziel ist, auf allen Ebenen des Gemeindelebens ökologische Belange zu berücksichtigen und zu unterstützen. Das betrifft den Verbrauch von Strom, Gas, Wasser, von Papier und Reinigungsmitteln und Benzin, die Bepflanzung und Nutzung des Umfelds der Kirche.
Auch die Inhalte der Gemeindeveranstaltungen, auch die Liturgie und die Predigten sollen den Gedanken „Bewahrung der Schöpfung“ aufnehmen und vertiefen.
Zum Abschluss des dreijährigen Programms werden die Ergebnisse überprüft. Fällt die Prüfung positiv aus, so werden der Kirchengemeinde das ECO MANAGEMENT AND AUDIT SCHEME (abgekürzt EMAS) sowie der GRÜNE GOCKEL verliehen.
Umwelt-Team
Nächste Sitzung: 28.11.11 um 20 Uhr
Im Clubraum.
Kontakt: W. Binder, Tel. 45840.
Beschlüsse des KGR vom 23.11.2010
„Lieber die Kirche im Winter deutlich weniger heizen, Wolldecken anbieten und sogar beheizbare Kirchenbänke aufstellen, als Energie verschwenden wie bisher!"
Vielleicht könnte so die Erkenntnis aus einem Abend im Stephanus-Gemeinde-Zentrum zusammengefasst werden, zu dem das Umweltteam eingeladen hatte.
Unsere Stephanuskirche verbraucht durch die träge Fußbodenheizung viel Energie. Dies ist wahrlich kein verantwortbarer "ökologischer Fußabdruck". Vielmehr wird so auch durch unsere Gemeinde der Klimawandel beschleunigt auf Kosten betroffener Menschen in anderen Weltregionen und zum Schaden des Lebens zukünftiger Generationen.
Ziel des Abends am 12. 11. 2010 im Stephanuszentrums war es auf zu
zeigen, was die Gemeinde über das Erlangen des EU-Zertifikates nach dem
Erstellen der Umweltbilanz ( EMAS ) im letzten Jahr hinaus unternehmen
muss, um ein "gutes ökologisches Gewissen" zu bekommen. Anders
ausgedrückt: mit dem „Grünen Gockel“ allein ist es nicht getan, bisher
hat er kaum bunte Federn.
Vier Beiträge von Teammitgliedern , die im sogenannten Grünen Buch der
Gemeinde einsehbar sind, gingen ein
- auf die Verflechtung zwischen Theologischer Besinnung und nötigem
praktischen Handeln zur Bewahrung der Schöpfung
- auf den Erhalt der Artenvielfalt in der Umgebung des Stephanuszentrums
durch geschärftes Wissen von Jung und Alt und Liebe zu den Mitgeschöpfen
- auf die Umweltbilanz des Zentrums, dem derzeitigen "ökologischen
Fußabdruck" vor dem Hintergrund der globalen ökologischen Bedrohung
- auf ganz praktische Energiefragen des Zentrums wie die Überalterung
der derzeitigen Fußbodenheizung der Kirche, Solarenergienutzung oder
Einsatz eines Blockheizkraftwerkes, welches gleichzeitig
verbrauchsabhängig Wärme und Strom erzeugen könnte.
Die anschließende Aussprache bis spät in den Abend, bei der jede und
jeder der Anwesenden das Wort ergriff, zeigte die große Betroffenheit
bis Ratlosigkeit über die derzeitige Situation, nannte dann aber
konstruktiv Einzelvorschläge, was zu untersuchen wäre und was
verbessert werden könnte.
U.a. wurde folgendes angesprochen:
- Die ausschließliche Nutzung des Gemeindesaals in Wintermonaten sollte
unbedingt beibehalten, möglichst sogar verlängert werden.
- Die Fußbodenheizung einschließlich ihrer Steuerung muss überprüft werden.
- Die Innendämmung der Kirche, die nicht so aufwendig wäre, sollte
erwogen werden.
- Ein temporäres Zelt in der Kirche, das von Messebauern durchaus schön
und auf- und abbaubar gestaltet werden kann, würde die Probleme der
Zugluft drastisch vermindern.
Die Aussprache mündete in der einhelligen Meinung, dass ein
umfassendes Gutachten von außen nötig ist, um einen Klärungsprozess der
Gemeinde beginnen zu können, an dessen Ende - möglichst von allen
getragen - ein unserer Schöpfung gerecht werdender Energieeinsatz stehen
müsste.
Zumindest aber:
"Temperatur absenken, warme Wolldecken und warme Kirchenbänke!"
Umwelt-Leitlinien der Stephanus-Kirchengemeinde Tübingen
- Die Schöpfung leidet unter der harten Herrschaft des Menschen. Als Christen haben wir den Geschöpfen zu dienen und sie teilnehmen zu lassen an der Freiheit der Kinder Gottes (Brief an die Römer, Kap. 8, V. 19-21).
- Das bedeutet: Die Mitwelt nutzen und schützen, den Garten Gottes bebauen und bewahren (1. Buch Mose, Kap. 2, V. 15).
- Verantwortung zeigen für die Bewahrung der Schöpfung ist eine unverzichtbare und dauerhafte Aufgabe der ganzen Kirche – kein saisonales Projekt.
- In der Stephanusgemeinde können wir diese Aufgabe erfüllen, indem wir ernsthaft versuchen, umweltgerecht und zukunftsfähig zu leben, zu feiern, zu denken, zu wirtschaften und zu investieren.
- Mit einem konkreten Umweltprogramm verstärken und systematisieren wir das. Dabei geht es gleichermaßen um veränderte Verhaltensweisen und um sinnvollere Technik. Das Spektrum der Handlungsmöglichkeiten ist groß.
- Kommunikation über unser verändertes Verhalten und Wirtschaften ist wichtig; sie ist Teil der kirchlichen Verkündigung, so wie umgekehrt Theologie und Verkündigung ein Teil unseres Umweltprogramms sind.
- Wir wollen die Zusammenarbeit mit anderen Kirchengemeinden, mit der Kommune und mit bürgerschaftlichen Initiativen suchen und vertiefen.
September 2008