Geleitwort

Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert

für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter,

die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen,

für den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras

und die Schmetterlinge,

für die Luft, die wir geatmet haben, und den Blick auf die Sterne

und für alle die Tage, die Abende und die Nächte.


Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen.

Bitte die Rechnung.

Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht:

ICH HABE EUCH EINGELADEN,

sagt der und lacht, soweit die Erde reicht:

ES WAR MIR EIN VERGNÜGEN!

 

Lothar Zenetti, EG - S. 941


Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert…?


Wir wissen seit Jahrzehnten, dass durch unser Zutun die Schöpfung Gottes vielfach beschädigt und ausbeutet wird. Die Zerstörungen im Kleinen wie im Großen sind unübersehbar. Unsere nachfolgende Generation zweifelt daran, dass in dieser Welt noch lange Leben so möglich sein wird wie bisher.

Selbstverständlichstes ist nicht mehr selbstverständlich.


Gott hat uns eingeladen, als Gäste und Haushalter in dieser Welt unser Leben in Verantwortung vor ihm zu genießen und zu gestalten. Die Vielfalt der Schöpfung und der eigentlich für alle Welt reich gedeckte Tisch aus seiner Güte erzählen uns von der Liebe des Schöpfers zu seiner Schöpfung.


Was in der weltweiten Ungerechtigkeit und in der Beschädigung der Schöpfung aus den Fugen geraten ist, braucht unsere konsequente Umkehr.

Sicher treibt uns dazu auch die Sorge, dass uns – oder unseren Kindern – ohne Umkehr eine Rechnung unangenehmen Ausmaßes präsentiert werden könnte.

Mehr aber noch sind wir in der Verantwortung vor unserem Schöpfer verpflichtet, seine uns anvertraute Welt in Ehrfurcht vor allem Leben und in Dankbarkeit vor ihm zu bebauen und für nachfolgende Generationen zu bewahren.


Als Stephanusgemeinde haben wir in den vergangenen Jahren erste kleine Schritte unternommen auf diesem Weg der Umkehr. Wir sind aber noch längst nicht fertig.

Mit dem Willen, uns selbst über unser Verhalten Rechenschaft zu geben und uns von außen dabei begleiten zu lassen, bestätigen wir unsere Einsicht, die Umkehr so konsequent wie möglich umzusetzen – und legen diesen Umweltbericht vor.


Wir vertrauen auf Gottes schöpferischen Heiligen Geist, dass er uns mit Phantasie und Klarheit beschenke für das, was zu tun nötig ist, damit Gottes Vergnügen, uns in diese Welt einzuladen, auch unser Vergnügen sein kann, ohne auf Kosten der Schöpfung zu gehen.


Pfr. i.R. Dr. H.-P. Gensichen (Umweltsprecher Stephanusgemeinde)

W. Binder (1. Vorsitzender des Kirchengemeinderats)

Pfr. U. Zeller (Geschäftsführender Pfarrer)

 

 

Lageplan

Die Stephanusgemeinde Tübingen

Tübingen Weststadt – politisch


Der politische Stadtteil, zu dem die Stephanusgemeinde gehört, ist die Weststadt, einer von zehn Stadtteilen von Tübingens Kernstadt. Nach der offiziellen Einteilung liegt sie zwischen dem südlichen Teil der Schnarrenbergstraße und der B 28 im Osten, der Europastraße im Süden und den Kliniken im Norden. Im Westen läuft die Weststadt in Richtung Hirschau und in den Hagellocher Weg aus. Neckar und Ammer durchfließen sie.

In der Weststadt lebten (2007) 8029 Einwohner.

Sie besteht aus zwei völlig separaten Teilen, die durch Spitzberg und Burgholz voneinander getrennt sind. Erst durch die Tunnelbauten von 1974 und 1979 wurden beide miteinander verbunden. Nach dem Selbstverständnis der Bürgerinitiative Weststadt (s. u.) ist nur der Teil nördlich von Spitzberg und Burgholz „Weststadt“

Von „Weststadt“ kann man ohnehin erst seit Mitte der 60er Jahre sprechen, als die große Montagehalle des Haushaltsgeräteherstellers Zanker (1962), das Stephanus-Gemeindezentrum (1968) und die Aischbachschule (1973) standen und die Bebauung mit Wohnhäusern immer dichter wurde. Letzteres ebenso wie die schon lange vorher erfolgte Kanalisierung (Begradigung) der Ammer führte zu Einbußen sowohl bei der Flora wie auch der Fauna. Die Luft- und Lärmbelastung durch den Autoverkehr ist – insbesondere in der Rheinland-, aber auch in der Herrenberger Straße erheblich.

Die Weststadt ist vor allem Wohngebiet; in ihren älteren Teilen ist sie durchmischt von Handwerksbetrieben und Gärtnereien. 100 Jahre lang, bis 1993 dominierte der Haushaltsgerätehersteller Zanker die Weststadt. Zwei Studentenwohnheime, zwei Lebensmittel- und zwei Elektronik-Supermärkte befinden sich in der Weststadt.


Eine „Bürgerinitiative Weststadt“ trifft sich seit 21 Jahren regelmäßig im Stephanuszentrum. Sie vertritt die Interessen der Weststädter. Insbesondere setzt sie sich für eine Beruhigung des Autoverkehrs ein, welcher seit der Eröffnung des Tunnels für die B 28 im Jahre 1979 sehr zugenommen hat. Sie hat die Wiederinbetriebnahme der Ammertalbahn (mit dem Bahnhof Tübingen West) 1999 gefordert und unterstützt. Jährlich veranstaltet die BI ein Fest auf der Herrenberger Straße. Sie macht immer wieder Vorschläge zur städtebaulichen Gestaltung des Stadtteils.

 

 

Die Stephanusgemeinde


Die Stephanusgemeinde liegt im Westen der Stadt Tübingen und erstreckt sich am nördlichen Spitzberghang, im Ammertal und am Hang des Steinenberges Richtung Unterjesingen und Hagelloch.

Für das in den 50er Jahren entstandene Neubaugebiet wurde zunächst eine zweite Pfarrstelle an der Jakobuskirche eingerichtet.

Im April 1958 begannen erste Gespräche zwischen Kirche und Stadt über ein geeignetes Grundstück für die Errichtung eines neuen Gemeindezentrums. Zunächst hatte die Stadt für den Kirchenbau einen Platz in der Talsohle des Ammertales zugewiesen. Genauere Prüfungen ergaben, dass der Baugrund für ein großes Kirchengebäude dort nicht geeignet war. Daraufhin überließ die Stadt der Kirchengemeinde ein Hanggrundstück in der Friedrich-Dannenmann-Straße

In großzügiger Planung wurden Kirchengebäude, Wohnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und schließlich sogar ein Kindergarten mit einbezogen.

Am 5.12. 1965 wurde mit einer Kirchengemeinderatswahl die neue Gemeinde begründet. Nach Baugenehmigung startete der Bau des Zentrums 1966 mit der Grundsteinlegung am 13. November. Am 26.12.1968 wurde das Zentrum eröffnet.

Rund 20 Jahre nach der Eröffnung begannen erste Überlegungen zu nötigen Umbauten und Renovierungen.

Zunächst erfolgte 1990 eine Sanierung der Sichtbetonflächen an Kirche und Glockenturm. Dann wurde bis 1993 ein stufenloser Zugang zum Kirchinnenraum durch einen langsam ansteigenden Weg entlang den Rändern der eindrucksvollen Aufgangtreppe ermöglicht. Auch diese Aufgangtreppe wurde umgestaltet.

1997 kam eine umfassende Sanierung der Heizzentrale zum Abschluss, welche von Öl auf Gas umgestellt und mit einem hocheffizienten Brennwertkessel ausgestattet wurde. 2005 erfolgte die Sanierung und Wärmedämmung aller Flachdächer (Pfarrhaus, Kindergarten. Mitarbeiterwohnungen, Flachdach der Kirche). 2007 wurden im Mitarbeiterwohnhaus komplett neue Fenster eingebaut und die Gebäudehülle wurde wärmegedämmt.

Das Gemeindezentrum wurde zu einer Zeit gebaut, als Energiesparen und Umweltschutz das Planen und Bauen noch keinesfalls bestimmten. Man könnte heute ein gleich großes Zentrum bauen, das nur ein Drittel des Energieverbrauchs unseres Gemeindezentrums hätte.

Wegen ungünstiger herabfallender Winde auf der Ost- und der Südseite des Kirchenraums während der Wintermonate wurden 2001 verschiedene zusätzliche Konvektoren eingebaut. Ihre Wirkweise und Benutzung sind jedoch problematisch. Aus Kostengründen konnte die Einfachverglasung unterhalb des Daches nicht durch Doppelfenster ersetzt werden. Stattdessen wurde eine besonders sorgfältige Abdichtung sämtlicher Fenster vorgenommen und die Wände wurden frisch gestrichen.


Schließlich wurde bereits in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende der Gemeindesaal umfassend renoviert einschließlich der Küche. Im Gemeindesaal wurde eine in der Anschaffung teure, im Verbrauch aber sparsame und lichtstarke Beleuchtung eingebaut.

Im so genannten Clubraum, einem weiteren Gemeinschaftsraum im Gebäude der Mitarbeiterwohnungen fand zu Beginn des Jahres 2009 eine weitere Sanierung der Räumlichkeiten (Clubraum und Sanitärräume) satt.


Das Leben der Stephanusgemeinde ist familiär und vielfältig.

Im Folgenden werden jeweils „Paare“ nebeneinandergestellt: so Unterschiedliches geschieht in Stephanus und gehört doch zusammen:


Vielfältige Gottesdienste – ökumenisches Nachtcafé

Vier Chöre (Erwachsene / Kinder) – von Oratorium bis Gospel

Orgelmusik – Posaunenchor – Flötenkreis

Meditativer Tanz – drei Bibelgesprächskreise

Besuchsdienstkreis – benachbarter kirchlicher Kindergarten

Umweltteam „Grüner Gockel“ – monatliches Friedensgebet

Ständerling nach dem Gottesdienst – Erzählcafé

Seniorenangebote – Jungschargruppen – Konfirmandengruppen


Eine lebendige Partnerschaft und Patenschaft verbindet die Stephanusgemeinde mit der evangelischen Kindertagesstätte Quilmes (Argentinien).


Das Gemeindezentrum ist von Anfang an offen für gesellschaftliche Initiativen und Institutionen in der Weststadt. Regelmäßig nutzen der Weststadtclub für Senioren, die Bürgerinitiative Weststadt und der Verein „Lebenshilfe“ unsere Räume unentgeltlich.


Die Stephanusgemeinde ist in vielen Hinsichten gesellschaftlich engagiert und offen zu nichtkirchlichen Anliegen. Das und der „Familiencharakter“ der Gemeinde sind gute Voraussetzungen dafür, das Umweltprogramm nicht nur auf den kirchlichen Dienst im engeren


Sinne, sondern auch auf die Aktivitäten und den Alltag der Gemeindemitglieder zu beziehen, also unmittelbare und mittelbare Wirkungen des Umweltprogramms vorzusehen. Zu den mittelbaren Wirkungen zählen u. a. der umweltbewusste Einkauf der Gemeindemitglieder oder das umweltgerechte Erreichen des Gemeindezentrums. Eine Bildungsarbeit, die auch die Privatsphäre der Einzelnen berührt, ist vonnöten.


Neben den (geschätzt) 160 Ehrenamtlichen – darunter viele Vertreter der Chöre – sind folgende Hauptamtliche für Stephanus tätig:

Pfarrer: Ulrich Zeller, Friedrich-Dannenmann-Str. 60

Kantor: Hans-Walter Maier, Burgunderweg 32

Organistin: Heidi Grözinger, Friedrich-Dannenmann-Str.2

Kinderchor: Julia Aichelin, Westbahnhofstr.60

Hausmeisterin und Mesnerin: Katharina Schuster, Friedrich-Dannenmann-Str. 56

Pfarramtssekretärin: Elisabeth Wienerroither, Im Buckenloh 5


In Umsetzung des Pfarrplans 2011 wird durch die Pfarrstelle Stiftskirche Tübingen West eine kleine Amtshilfe in der Stephanusgemeinde geleistet, bis November 2009 durch Pfarrer Friedemann Bauschert.


Die Umwelt-Leitlinien

1. Die Schöpfung leidet unter der harten Herrschaft des Menschen. Als Christen haben wir den Geschöpfen zu dienen und sie teilnehmen zu lassen an der Freiheit der Kinder Gottes (Brief an die Römer, Kap. 8, V. 19-21)


2. Das bedeutet: Die Mitwelt nutzen und schützen, den Garten Gottes bebauen und bewahren (1. Buch Mose, Kap. 2, V. 15).


3. Verantwortung zeigen für die Bewahrung der Schöpfung ist eine unverzichtbare und

dauerhafte Aufgabe der ganzen Kirche – kein saisonales Projekt.


4. In der Stephanusgemeinde können wir diese Aufgabe erfüllen, indem wir ernsthaft versuchen, umweltgerecht und zukunftsfähig zu leben, zu feiern, zu denken, zu wirtschaften und zu investieren.


5. Mit einem konkreten Umweltprogramm verstärken und systematisieren wir das. Dabei geht es gleichermaßen um veränderte Verhaltensweisen und um sinnvollere Technik. Das Spektrum der Handlungsmöglichkeiten ist groß.


6. Unser Umweltprogramm soll und wird zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung der Kirchgemeinde führen und hat die Einhaltung der relevanten Gesetze zur Voraussetzung.


7. Kommunikation über unser verändertes Verhalten und Wirtschaften ist wichtig; sie ist Teil der kirchlichen Verkündigung, so wie umgekehrt Theologie und Verkündigung ein Teil des Umweltprogramms sind.


8. Wir wollen die Zusammenarbeit mit anderen Kirchengemeinden, mit der Kommune und mit bürgerschaftlichen Initiativen suchen und vertiefen.


Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit des Oberkirchenrates in Stuttgart inspiziert regelmäßig – im Abstand von drei Jahren – das Stephanuszentrum.

Im Stephanuszentrum selbst sind die Mesnerin Frau Schuster und stellvertretend Herr Wilhelm Binder (Kirchgemeinderat) Beauftragte für Arbeitssicherheit.

Die Feuerlöscher werden regelmäßig überprüft; es existiert ein Wartungsvertrag.

Fluchtwege sind nicht ausgeschildert, da alle Ausgänge (Kirche, Gemeindesaal und anschließende Räume, Clubraum) ohne Treppe direkt nach draußen führen.


Entwicklung und Termine des Umweltmanagements

2008

18. April Beschluß KGR über Teilnahme der Stephanusgemeinde am Tübinger Konvoi „Grüner Gockel“

28. Mai Erste Sitzung des Umweltteams

6. Juni 1. Konvoi – Treffen

16. Juni Zweite Sitzung, Wahl des Sprechers = Umweltbeauftragten von Stephanus

21. Juli Dritte Sitzung

25. Juli Die Leitlinien werden vom KGR gebilligt.

12. September 2. Treffen des Tübinger Konvois – diesmal in Stephanus

22. September Vierte Sitzung Umweltteam. Endfassung der Leitlinien

5. Oktober Gemeindefest Stephanus mit Vorstellung des Umweltteams und Vorstellung des neuen „grünen“ Liederheftes von Stephanus

13. Oktober Fünfter Sitzung Umweltteam

18. Oktober Auftaktveranstaltung des Tübinger Konvois – mit Start einer Montgolfiere, die in Stephanus gebaut wurde

13. November 3. Konvoi-Treffen

17. November Sechste Sitzung Umweltteam

 

2009

19. Januar 4. Konvoi-Treffen

26. Januar Siebte Sitzung Umweltteam

26. Februar Umweltteam: Vorbereitung Umweltgottesdienst

1. März Umweltgottesdienst

2. März Achte Sitzung Umweltteam

26. März 5. Konvoi-Treffen

20. April Neunte Sitzung Umweltteam

3. Mai Umweltgottesdienst mit Predigt unter dem Freien Himmel

11. Mai 6. Konvoi – Treffen

18. Mai Zehnte Sitzung Umweltteam mit Ideenkonferenz über große Maßnahmen

16. Juni Elfte Sitzung Umweltteam

18. Juni Berichte Gensichen / Herzog über bisherige Arbeit des Teams im KGR

23. Juni 7.Konvoi-Treffen

6. Juli Zwölfte Sitzung Umweltteam mit Redaktion des Umweltprogramms

7. Juli Rundgang Heizung und Festlegungen über Verringerung des Energie-Verbrauchs (Heizung) des Pfarrhauses

16. Juli Gespräch Gensichen – Zeller über regelmäßige Umwelt-gottesdienste

14. September Dreizehnte Sitzung Umweltteams mit Pfarrer Zeller Verabschiedung des Umweltprogramms und Vorstellung der gesamten Umwelterklärung (Entwurf)

25. September Beschluß des KGR zur Umwelterklärung und über Einladung des Umweltgutachters

30. September Vorarbeiten des Teams für das Interne Audit

7. Oktober Aufhängung einer Grüner-Gockel-Wand im Ostteil der Kirche

12. Oktober Letzte Team-Sitzung vor dem externen Audit

12. November Externes Audit mit Gutachter Hartmann

16. November Nacharbeiten vom externen Audit

26. November Kirchgemeinderat befasst sich abschließend mit dem endgültigen Text der Umwelterklärung und beschließt:

„Der Grüne Gockel hat sich als geeignet erwiesen, die in unseren Umwelt-Leitlinien formulierten Ziele zu erreichen.“


Umweltkennzahlen 2008

Erste Bewertung der Umweltkennzahlen

Der Energieverbrauch des Gesamtkomplexes „Stephanuszentrum“ ist sehr hoch. Aber glaubwürdige Reduzierungsziele (in Prozent) können wir erst angeben, wenn einige Grundvoraussetzungen erfüllt sind, die noch nicht erreicht werden konnten. Dazu gehören, wie auf den vorangehenden Seiten genannt,


  1. Einbau von Zwischenzählern, um nicht nur den Stromverbrauch in Kirche, Gemeindesaal und Jugendräumen, sondern auch im Clubraum und im Pfarrbüro genau messen zu können. Das ist jetzt noch unmöglich. Erst wenn das geschehen ist, können genügend detaillierte Verbrauchszahlen und spezifische Reduktionsziele, die wir für dringend nötig erachten, genannt werden.

  2. Die Pumpen, welche die Wärme in die einzelnen Teile des Stephanuszentrums bringen, sind veraltet. Sie haben (2008) 6657 kWh Elektroenergie verbraucht. Das ist sehr viel. – Es müssen (1.) dringend neue, effizientere Pumpen eingebaut werden. Und (2.) muss beim Erfassen ihres Stromverbrauchs berücksichtigt werden, dass ein Teil davon den Wärmetransport in das Pfarrhaus, den Kindergarten und die Mitarbeiterwohnungen (zusammen etwa 500 bis 600 qm beheizte Fläche) besorgt; also in drei Objekte, die nicht von unserem Umweltprogramm erfasst werden sollen.
  3. Überprüfung und ggf. Neuausstattung und Neueinstellung der Warmluftanlage für den Gemeindesaal. In dem Zustand, in dem die Anlag jetzt ist, scheint ihre Verbesserung und Erneuerung erhebliches Energie-Einsparpotenzial zu haben. – Auch die integrierte Frischluftpumpe scheint mangelhaft zu arbeiten. Vermutlich ist diese Anlage insgesamt total veraltet.
  4. Einigung über die Zeitspanne der Nicht-Nutzung des Kirchenraumes im Winter.

Die Sanierung und Wärmedämmung des Kindergartens und des Pfarrhauses ist für unser Programm ebenfalls wichtig, auch wenn beide nicht in unseren Kompetenzbereich gehören. Sie würde jedoch eine erhebliche Entlastung unserer zentralen Heizung mit sich bringen.

Die Arbeiten am Kindergarten wurden aber wegen Geldmangel verschoben.


Während unserer bisherigen zweijährigen Arbeit wurden bereits konkrete Maßnahmen eingeleitet, die jetzt zeitnah durchgeführt werden. Dazu gehören die Minimierung der Zugluft an den Türen zum Kirchenraum sowie der Einbau eines separaten Boilers für die Warmwasserbereitung im Pfarrhaus. Dieser Einbau wird es möglich machen, den zentralen Heizkessel in zwei Sommermonaten komplett abzuschalten und somit ungefähr eine Energiemenge (Gas und Strom) einzusparen, die in etwa dem gesamten Novemberverbrauch der Heizungsanlage entspricht. Das sind mehr als 10 % des Jahres-Gesamtverbrauchs.


Wir gehen davon aus, dass allein schon die unter 1 bis 4 genannten Maßnahmen knapp 20 Prozent Heizenergie- und knapp zehn Prozent Strom-Einsparung ermöglichen werden. Durch genaue Messungen belegbar ist das freilich noch nicht (siehe oben P. 1 u. 2).


Für 2010 sehen wir eine Reduzierung der Heizenergie um zehn Prozent und von Elektroenergie um fünf Prozent vor. Bis Herbst 2012 können wir weitere ca. zehn Prozent Heizenergie- und weitere ca. fünf Prozent Elektroenergiereduktion erreichen.

Auch die von uns gewollte Aufstellung von Photovoltaik auf den Flachdächern kann unsere energetische Situation verbessern – wenn Partner gefundenen werden, die auf diesen Dächern Anlagen aufstellen.


Für eine durchgreifende Verminderung des Heizenergieverbrauchs ist ein Gutachten über umweltfreundliche Wärme im Kirchenraum erforderlich, das ein ökologisch geschulter und ideenreicher Energieberater erstellen soll. Bisher ahnt man nur, dass die Heizung der Kirche unverhältnismäßig viel Energie verschlingt und Kohlendioxid produziert. Und die bisherigen Gutachten haben nur erbracht, dass eine Wärmedämmung der Kirche nicht möglich, dass die Fußbodenheizung uneffektiv und dass eine Doppeltverglasung der Fenster nicht bezahlbar ist. Wir benötigen aber ein ideenreiches Konzept, das aufzeigt, was möglich und vernünftig ist. Dazu müssen auch ungewohnte Vorschläge eingeholt und berücksichtigt werden.


Lobenswert ist die geringe Kfz.-Nutzung. Pfarrer, Mesnerin und Pfarrramtssekretärin wohnen direkt im Stephanuszentrum bzw. in dessen Nähe und kommen zu Fuß zu ihrem Arbeitsplatz, die Organistin zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Selbst die KGR-Mitglieder kommen überwiegend zu Fuß oder per Rad zu den Sitzungen. Für Büromaterialien, die zwischen Pfarrbüro Stephanus und Kirchenpflege transportiert werden, wird ein Carsharing-Pkw benutzt. Im Übrigen befindet sich die Bushaltestelle „Stephanuskirche“ direkt vor dem Aufgang zum Gemeindezentrum.


Auch beim Papier- und den Wasserverbrauch sehen wir nur wenig Einsparmöglichkeiten. Wichtiger ist uns, Klarheit über die Möglichkeiten einer Regenwasserversickerung zu gewinnen. Es ist unsinnig, das viele saubere Regenwasser vom Kirchendach dem Boden vorzuenthalten, aber dann der städtischen Kläranlage zuzuführen. Auch dazu brauchen wir ein Gutachten, da angesichts a) des betonierten Kirchengrundstücks, b) seiner Hanglage und c) der bebauten Umgebung für uns unklar ist, was eine größere Menge versickernden Wassers im Erdreich und bei unseren Nachbarn anstellen könnte. Zur Regenwassernutzung in den WC s wurden bereits Leitungen verlegt. In einer Rücklage wird für dieses Projekt Geld angespart.


Die nächste Umwelterklärung für den externen Gutachter wird 2012 erstellt werden.

Schon im Herbst 2010 wird dem Kirchgemeinderat über Forschritte und präzisierte Pläne für das Umweltprogramm berichtet werden.

Dann wird das Umweltteam zu all den genannten Punkten präzisere und weitergehende Aussagen treffen können.