Grüß Gott und herzlich willkommen in der
Evangelischen Stephanusgemeinde Tübingen!

Eingerüsteter Fingerzeig

Weit hinaus ins Tal strahlt der Turm der Stephanuskirche – jedenfalls, wenn er nicht gerade eingerüstet ist. Und das ist er nun schon seit Wochen und wird es auch über den Sommer noch bleiben. Immerhin: spektakulär war sie schon, die Einrüstung, sie hat die Stephanuskirche sogar ins Fernsehen gebracht. Und die Renovierung ist ja auch notwendig, der Turm ist in die Jahre gekommen. So steht er jetzt eingerüstet da, selbst sein Geläut muss schweigen. Wie still es ist kurz vor Gottesdienstbeginn ... das fällt schon auf. Aber das ist ja oft so: Wo etwas schweigt oder eingehüllt wird, tritt es mitunter erst recht ins Bewusstsein, wird es gerade als Abwesendes anwesend. Das wusste auch der vor einem Jahr verstorbene Verpackungskünstler Christo, der mit seinen Verhüllungen beeindruckende Kunst erschuf. Nun ist das Gerüst am Stephanusturm sicher beeindruckend kunstvoll, aber wohl keine Kunst im engeren Sinn. Und dennoch: Es wirkt, oder anders gesagt: Es lässt den Turm noch einmal ganz anders wirken.

Kirchtürme haben seit jeher ganz unterschiedliche Funktionen: Sie dienten als Wachtürme, Wehr- und Fluchttürme, als Uhrentürme, gewiss auch als Aussichtstürme, sie riefen mit ihren Glocken zum Gottesdienst und warnten vor Gefahr, vor allem anderen aber waren und sind sie inmitten der Welt ein Fingerzeig zum Himmel hin. Im Himmel aber wissen wir unseren Gott, dessen Gegenwart, dem Himmel gleich, alles umspannt, was ist. Wo Menschen Erfahrungen mit Gott machen, wo sie sich in Kirchen zum Gottesdienst versammeln, da berühren sich dann Himmel und Erde. Ein solcher Fingerzeig zum Allumfassenden wird auch unser Stephanusturm bald wieder sein, strahlend wie lange nicht – sobald er wieder ausgepackt ist.

Kim Apel

Veranstaltungen

  • Meldungen aus der Landeskirche

  • 14.05.21 | Wie solidarisch kann Europa sein?

    Welche Rolle die Kirchen in Europa spielen können und wie solidarisch Europa sein kann und sein soll, darüber spricht Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July hier im Interview. Beim beim Ökumenischen Kirchentag diskutiert er dies unter anderem mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

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  • 14.05.21 | Biberach: Andrea Holm neue Schuldekanin

    Andrea Holm wird neue Schuldekanin von Biberach. „Ich freue mich, dass in unserem Bundesland Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach unterrichtet wird. Hier als Schuldekanin einen guten Rahmen für die Unterrichtenden zu gewährleisten, sehe ich als wichtige Aufgabe an“, sagt die 58-jährige.

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  • 12.05.21 | Aufruf zur Fürbitte für den Frieden

    Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July appelliert an die Konfliktparteien und ruft zur Fürbitte für alle auf, die in Israel und den angrenzenden Gebieten unter der Eskalation der Gewalt leiden. Einen Vorschlag für das persönliche Gebet oder die Fürbitte im Gottesdienst finden Sie hier.

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