Grüß Gott und herzlich willkommen in der
Evangelischen Stephanusgemeinde Tübingen!

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Gemeindeglieder!

Ein stärkerer Kontrast zu unserer Stephanuskirche ist kaum denkbar: das barocke Innere der Basilika San Biagio im ligurischen Finalborgo aus dem 17. Jahrhundert. Wo bei uns eine schlichte Kanzel mit den Symbolen der Evangelisten steht, bordet es auf dieser Kanzel (1765) über von Figuren, Bildern, Symbolen und Zierrat. Eine bildgewaltige Darstellung der Thronsaalvision des Propheten Hesekiel: Engel pusten eine gewaltige Wolkensäule in die Höhe, oben auch hier die vier Evangelistensymbole, dazu der von Hesekiel gesehene göttliche Wagen, auf dem die göttliche Dreieinigkeit thront: dargestellt im Symbol des Dreiecks, umgeben von einem Strahlenkranz und vielen Engelchen. Und dann das: Mitten im Dreieck, wo sonst häufig das Auge Gottes zu sehen ist: Mund und Nase! Und was für ein schöner Mund, und was für eine prächtige Nase! Was könnte es damit auf sich haben?

Die göttliche Dreieinigkeit ist die Vorstellung, dass Gott sowohl Vater als auch Sohn als auch Heiliger Geist ist. Schon immer haben sich Christen darüber Gedanken gemacht, häufig abstrakt und kompliziert. Dabei soll diese Vorstellung doch die Menschlichkeit und Nähe Gottes zum Ausdruck bringen: In der Geschichte des Menschen Jesus erschließt sich uns Gott als der uns liebende himmlische Vater, der diese ganze Welt erschaffen hat und in ihr in jedem Moment lebendig gegenwärtig ist. Das seit dem 17. Jahrhundert verbreitete Symbol der Dreieinigkeit, das Dreieck mit dem Auge Gottes in der Mitte, ließ Gott allerdings als abständig, gewissermaßen als „Big Brother“ erscheinen. Hier, auf dieser Kanzel, begegnet Gott uns geradezu sinnlich, mit Mund und Nase, einem fast menschlichen Antlitz. Am 16. Juni feiern wir das Fest der Dreieinigkeit, Trinitatis. Herzliche Einladung dazu und zu allen weiteren Gottesdiensten und Angeboten!

Ihr Pfarrer Ulrich Zeller

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