Grüß Gott und herzlich willkommen in der
Evangelischen Stephanusgemeinde Tübingen!

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

am 4. Oktober ist Erntedankfest. Wie können wir dieses Fest feiern? Das Corona-Virus wird uns sicher auch im Oktober noch beschäftigen. Es hat ja nicht nur viel verändert, bis in unser alltägliches Verhalten hinein, es hat überhaupt manches neu ins Blickfeld der Aufmerksamkeit gerückt. Etwa, als in einer Fleischfabrik zahlreiche Arbeiterinnen und Arbeiter an Covid-19 erkrankten. Für einen Moment schaute die Öffentlichkeit erstaunt auf die Ausmaße der industriellen Fleischproduktion und die zum Teil unwürdigen Zustände, unter denen die Arbeiter untergebracht und beschäftigt sind.
„Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“ (Psalm 145,15) – Können wir angesichts dieser neu ins Bewusstsein gerückten Zustände den Tagesspruch zum Erntedankfest noch einfach so mitsprechen? Oder müssten nicht zumindest Einsicht und Umkehr mehr denn je zu Bestandteilen des Erntedankfestes werden? Gut möglich. Aber das darf doch auch nicht alles sein, zumal dort nicht, wo wir mit Kindern Erntedank feiern. Schon Grundschüler wissen oftmals sehr genau, was falsch läuft in der Lebensmittelwirtschaft und dass das doch so nicht weitergehen kann. So mancher Nachwuchsvegetarier soll seine Eltern schon nachhaltig beschämt und zum Umdenken bewegt haben.

Umso wichtiger, dass wir uns gerade auch angesichts der industriellen Lebensmittelproduktion immer wieder in Erinnerung rufen, dass alles, was wir essen und trinken, nicht selbstverständlich einfach da ist. Anhaltende Trockenheit und Ernteverluste führen uns das unübersehbar vor Augen. Unsere Lebensmittel sind - vor allem industriellen Produzieren - zunächst etwas, das uns immer auch unverfügbar gegeben ist. Erntedank feiern könnte da heißen, dieses Gegebensein ganz bewusst in das Licht der Öffentlichkeit zu stellen und dafür zu danken.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen,

Ihr Pfarrer Kim Apel

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