Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,

eine große Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit bewegt mich. Es gab so viele gute und erfüllende Begegnungen, Gespräche, Gottesdienste, Aktionen, Feste und anderes mehr.
Ich denke an viele lieb gewordene Menschen, besonders an die Treuen in den Gottesdiensten, an die Glücklichen, mit denen ich eine Taufe, Konfirmation oder Hochzeit feiern konnte, und an die Traurigen, die eine nahestehen-de Person verloren haben. Manche Lebensgeschichten haben sich tief eingeprägt.
Kindern und Jugendlichen die Geschichten der Bibel und Lieder unseres Glaubens weiterzugeben, lag mir besonders am Herzen. Da war ich in den letzten Jahren allerdings auch traurig, dass es mir nicht mehr so gelungen ist wie früher.
Das Singen im Stephanus Chor, die Leitung des Projektchors Spiritual und zuletzt in Corona-Zeiten das solistische Singen in den Gottesdiensten waren so etwas wie die „Kür“ im pfarramtlichen Dienst, aber da die Kirchenmusik grundlegend zu meiner geistlichen Identität und Praxis des Glaubens gehört, sind aus der Musik immer Impulse geflossen – und vor allem eine große Freude.
Mitarbeiter*innen in den Kreisen und Gruppen fallen mir ein, weil sie Verantwortung übernommen haben und mit mir im Gespräch waren. Kirchengemeinderät*innen und Jugend-Mitarbeiter*innen habe ich vor Augen, die zu den engsten Vertrauten zählen. Der KGR, der Jugend-MAK und das Team der Hauptamtlichen sind die drei wichtigsten Schaltzentralen der Gemeinde.
Großes Vertrauen und Offenheit habe ich hier erlebt, herzliche Freundschaft und tiefe Verbundenheit im Glauben – auch wenn nicht immer alle einer Meinung waren. Umso kostbarer diese tiefe Akzeptanz und geschwisterliche Nähe, die auch Unterschiede aushält oder sogar als Bereicherung sehen kann. Für alles danke ich Euch und Ihnen von Herzen!

Wehmut macht sich bemerkbar. Der Gedanke, dass zu vielen die Beziehung abbricht, weil wir wegziehen, schmerzt. Ich wurde gefragt: „Was wird ihnen am meisten fehlen?“ Es sind die Menschen: Ihr alle, die Ihr mir ans Herz gewachsen seid. Es gab manchmal auch Erfahrungen von Fremdheit, von Ablehnung und Verletzungen. Ja, ich habe auch Fehler gemacht. Seien Sie versichert: Ich trage niemandem etwas nach. Und ich bitte um Vergebung, wo ich jemanden verletzt oder enttäuscht habe.
Ein Fragenkreis bewegt mich besonders: Wie können wir Kindern und Jugendlichen die Geschichten, Texte und Lieder unseres Glaubens besser ins Herz geben? Sie hören viel Musik, kennen Dutzende Songs auswendig, aber nicht den Liedschatz unseres Glaubens. Kinder lesen ihre Kinderbibel. Das ist schön! Jugendliche tun sich damit schwer. Wie springt der Funke über, der ihr Herz brennen lässt im Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, wie wir es von den Emmaus-Jüngern in Lukas 24 lesen? Erzwingen können wir es nicht, aber dafür beten und neue Wege zu ihren Herzen suchen.
Es war gut sein, hier in der Stephanusgemeinde. Sehr gut. Das empfindet auch meine Frau Susanne so. Wir beide haben inzwischen die längste Zeit unseres beruflichen Lebens hier in der Gemeinde gelebt und gearbeitet. Einen Höhepunkt im Kirchenjahr durften wir immer als Paar mit der Gemeinde feiern und gestalten: die Osternacht. Vielleicht ist sie das Herzstück unseres Glaubens und unserer Freude. „Einmal wird der Himmel singen“ – so heißt der Tanz zur Auferstehungsbotschaft. Die Freude zieht sich durch das ganze Evangelium, von der Heiligen Nacht bis zum Ostermorgen. Diese Freude wünschen wir Ihnen/Euch allen ins Herz, je wieder neu. Und wir danken Euch/Ihnen allen nochmals von Herzen für die gute Zeit und Weggemeinschaft!
Wir freuen uns, wenn es da oder dort zu einem kurzen persönlichen Abschiedswort reicht. Und wenn nicht, gilt der Wunsch: Behüt‘ Euch Gott auf allen Wegen!

Der Stephanusgemeinde wünschen wir gute Kräfte für die Vakatur, Gottes Segen und Weisheit in der anstehenden Personalentscheidung für die Pfarrstelle und ein offenes Herz für das Neue, das dann beginnt.

Ulrich Zeller und Susanne Riedel-Zeller

Abschied von Pfarrer Zeller

Im Gottesdienst am 10. Januar wird Pfarrer Ulrich Zeller aus dem Dienst in unserer Gemeinde in den Ruhestand verabschiedet. Dekanin Elisabeth Hege wird ihn mit einem kleinen Ritual aus der Verantwortung entlassen. Es gibt außerdem nur eine kurze Ansprache der Vorsitzenden, Angelika Pflugfelder, aber keine weiteren Grußworte. Ein großes Abschiedsfest kann es Coronabedingt nicht geben. Die Anzahl der Plätze wird begrenzt sein, je nachdem, wie viele Personen zusammensitzen dürfen.

Wir empfehlen deshalb: Wenn Sie sich mit einem kurzen persönlichen Wort verabschieden wollen, können Sie bereits ab dem 4. Advent die Gelegenheit dazu nutzen, jeweils nach den Gottesdiensten. (An Heiligabend ist es allerdings schwierig.)Pfarrer Zeller nimmt nach dem 10. Januar seinen restlichen Urlaub und wird Ende Januar mit seiner Frau aus unserem Pfarrhaus ausziehen.

Aufgrund der Corona-Pandemie kann Pfarrer Ulrich Zeller sehr wahrscheinlich nur in einem sehr kleinen Rahmen im Januar 2021 verabschiedet werden. Deshalb soll hier viel Raum sein, um aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln sein fast 24-jähriges Wirken in der Stephanusgemeinde zu würdigen.

Szenen der Begegnung mit Pfarrer Ulrich Zeller

Am 1. Mai 1997 kam Ulrich Zeller als geschäftsführender Pfarrer an unsere Stephanusgemeinde in Tübingen und jetzt nach fast 24 Jahren wollen wir noch einmal auf diese Zeit zurückblicken.
Bei seiner Bewerbung nannte Pfarrer Ulrich Zeller drei Schwerpunkte seiner Arbeit: Kirchenmusik, Konfirmandenarbeit mit neuer Konzeption und die Arbeit mit Jugendlichen, und das passte zu den Vorstellungen unserer Gemeinde.
Er wechselte aus der eigenständigen Gemeinde Essingen in die große Gesamtkirchengemeinde Tübingen, was mit sehr viel mehr Gremienarbeit verbunden war.
Sehr bald zeigte sich seine Fähigkeit, die Zusammenhänge und Strukturen der komplexen kirchlichen Vorschriften und Institutionen zu erkennen. Zunehmend wichtiger wurde für ihn der Gedanke der Solidarität in der Gesamtkirchengemeinde; dies vermittelte er auch immer dem Kirchengemeinderat.
Die Kirchengemeinderatssitzungen unserer Gemeinde waren immer perfekt vorbereitet. Die Inhalte der Tagesordnungen waren durch Vorinformationen erläutert, was notwendige Diskussionen und Beschlüsse erleichterte. Die Gremienarbeit geschah in guter und freundschaftlicher Atmosphäre.
Die finanzielle Situation der Gemeinde hatte Pfarrer Zeller stets im Blick, Haushaltspläne und Rechnungsabschlüsse konnte die Kirchenpflege mit ihm problemlos erstellen.
Ulrich Zeller und dem Kirchengemeinderat war es immer wichtig zu betonen, dass die Stephanusgemeinde eine offene Gemeinde ist, in der alle Menschen willkommen sind. Das Motto der Visitation 2008 „Der Himmel geht über allen auf “ wird gelebt und aktuell durch den Beitritt zur Initiative Regenbogen 2018 bestätigt.
Neben allen Sachthemen blieb in den Sitzungen und auf den Klausuren Zeit für eine intensive Diskussion über Bibeltexte und theologische Fragen mit dem Ziel, diese Inhalte mit den Herausforderungen der Gegenwart zu verbinden.
Bei der geschäftsführenden Pfarrstelle liegt auch die Personalverantwortung für die weiteren Hauptamtlichen. Dankbar stellen wir fest, dass auch in diesem Team immer ein gutes und konstruktives Miteinander bestand, was positiv ins Gemeindeleben hinein ausstrahlte.

Allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat Pfarrer Zeller große Offenheit und Vertrauen entgegengebracht. Eigenverantwortlich konnten die Kreise und Gruppen geleitet werden, neue Ideen konnten ausprobiert und verwirklicht werden. Immer kam von ihm ein Dankeschön.
Schnell war Ulrich Zellers Begeisterung für die Kirchenmusik und seine musikalische Begabung erkennbar; für unsere Gemeinde war dies ein großes Geschenk. Mit Freude und Talent war er selbst Mitglied im Stephanuschor. Die Kinderchöre lagen ihm besonders am Herzen und oft hat er dort, wenn nötig, selbst die Leitung übernommen. Vor vielen Jahren entstand unter seinem Dirigat der Projektchor Spiritual, eine sehr schöne Ergänzung der Chorarbeit an Stephanus. Die gute Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kirchenmusikern war in vielen musikalisch geprägten Gottesdiensten erlebbar, ganz besonders am 26. Dezember, dem Stephanustag. Sein musikalisches und liturgisches Gespür wurde in den Gottesdiensten unter Pandemiebedingungen besonders deutlich, als der Gemeinde das Singen nicht erlaubt war.

Die Konfirmandenarbeit war für Pfarrer Ulrich Zeller immer sehr wichtig, die Konfirmandenfreizeit wurde verlängert, zusätzliche Samstage zum regulären Unterricht wurden eingeführt. Es gelang ihm in jedem Jahrgang neue Jugendmitarbeiterinnen und Jugendmitarbeiter zu gewinnen, die dann die nächsten Konfijahrgänge begleitet und die Leitung unserer Jungscharen übernommen haben.
Verschiedene neue Gottesdienstformen wurden von ihm initiiert und ausprobiert. Bis heute sind wir in Stephanus dankbar für die Passionsandachten mit Kindern, den Osternachtgottesdienst und den Gottesdienst am Ewigkeitssonntag mit eigener Liturgie. Viele Weihnachtsgottesdienste, Erntedankfeste, Festgottesdienste zur Konfirmation, Taufen, Trauungen, Familiengottesdienste und auch verschiedene Kunstausstellungen im Kirchenraum werden in Erinnerung bleiben. Aus vielen Predigtgottesdiensten haben die Besucher gute Gedanken und Impulse mit nach Hause genommen. Vielen Menschen konnte Ulrich Zeller in schweren Lebenslagen ein guter seelsorgerlicher Begleiter sein.
Bereichernd und wichtig waren immer Kontakte und Kooperationen mit anderen Gemeinden und Institutionen. Hier möchten wir neben den Gemeinden der Gesamtkirchengemeinde die Beziehung zur katholischen St. Johannesgemeinde, den Kontakt zur Aischbachschule und zum Christiane-von-Kölle-Stift, den Gottesdienst im Grünen am Pfingstmontag und die ökumenische Bibelwoche nennen. Besonders erwähnenswert ist die Unterstützung der Kindertagesstätte in Quilmes in Argentinien: Auf die Arbeit dort mit den ärmsten Familien und ihren Kindern hat Pfarrer Zeller unermüdlich hingewiesen, sie war ihm ein besonderes Anliegen.

Viele Sanierungsarbeiten in unserem Stephanuszentrum mussten unter Pfarrer Zellers Regie durchgeführt werden. Die Räume im Erdgeschoss wurden neu gestaltet, der Kirchenraum erhielt einen neuen Anstrich, später eine neue Lautsprecheranlage und zum 50-jährigen Jubiläum der Gemeinde griff er die Anregung von Mesnerin Katharina Schuster auf, die Stühle in der Kirche neu zu polstern und zu beziehen. Bereits zu Beginn seiner Amtszeit hat er die Auswahl und Gestaltung unserer schönen Paramente vorangetrieben und realisiert.
Eine besondere Begabung von Ulrich Zeller ist das Verfassen von Gedichten, Kabarettstücken, Liedern und Theaterstücken. Bei vielen Gelegenheiten durften wir Kostproben davon erleben, ein Höhepunkt dieser Kunst war das von ihm verfasste Historienspiel, das im Jahr 2017 zum 500-jährigen Reformationsjubiläum aufgeführt wurde.
Unser Gemeindebrief war für Pfarrer Zeller stets eine Herzensangelegenheit, denn durch ihn können viele Leserinnen und Leser aufmerksam das Gemeindeleben in Stephanus verfolgen. Besonders hervorheben möchten wir hier die schöne und umfassende Sonderausgabe zum 50-jährigen Gemeindejubiläum.

Lieber Uli,
zum Ende Deiner Amtszeit wollen wir Dir unser großes und herzliches Dankeschön für Dein Tun und Wirken in unserer Gemeinde aussprechen. Du hast die Gemeinde mit Professionalität, Zuverlässigkeit und großer menschlicher Zuwendung geführt und geleitet, bis zuletzt mit großem Engagement und viel Energie. Du hattest deine Schäfchen im Blick und immer ein offenes Ohr für uns alle.

Liebe Susanne,
Dir soll ein großer Extra-Dank gelten. Mit sehr viel Engagement hast Du immer die Arbeit Deines Mannes unterstützt, in vielen Bereichen hast Du mitgearbeitet und gleichzeitig noch wertvolle eigene Akzente in der Gemeindearbeit gesetzt. Du hast das Kirchenraumprojekt angestoßen und geleitet: Eine stille Ecke ist entstanden mit der Möglichkeit eine Kerze anzuzünden, die gerne genutzt wird. Die Passions- und Adventsandachten wurden fester Bestandteil des Jahreskalenders und mit Meditativen Tänzen hast Du viele Gottesdienste bereichert. Frauenfrühstück, on Tour Ausflüge, Stephanuschor, Projektchor und Adventsbasar sind nur einige Beispiele, wo Du verlässlich dabei warst.
Die Kirchengemeinderäte waren sehr dankbar für die KGR-Klausuren, bei denen Du in kompetenter Weise die Moderation übernommen hast. Die herzlichen Einladungen von Dir und Uli ins Pfarrhaus zu Weihnachten oder auch im Sommer auf der Terrasse waren immer besonders wertvolle Abende.
Mit unserem Dank an Euch möchten wir viele gute Wünsche für den jetzt bevorstehenden Ruhestand verbinden, dass ihr bei guter Gesundheit viel Zeit für Euch, die Familie, die Enkel und darüber hinaus für all das haben werdet, was während der Amtszeit zurückstehen musste.

Möge Gottes reicher Segen Euch begleiten.
Immanuel Stauch, Wilhelm Binder, Irmgard Lang, Angelika Pflugfelder

Neuer KGR ab Dezember 2019:

Gestartet mit freudiger Tatkraft, engagiert und erwartungsvoll
in das letzte Amtsjahr von Uli
...und dann kam Corona!!!
Alles erstmal im Ruhemodus – nur unser Pfarrer nicht!
Danke, Uli, für Deinen digitalen Beistand in dieser Zeit!

Danke

für die vielen geistlichen Impulse,
die gut vorbereiteten Sitzungen und Klausuren,
die Anregungen, Deine Freundlichkeit und Zugewandtheit,
dein Singen und Klavierspiel,
deine Fürsorge und dein offenes Ohr für Kinder und Jugendliche,
das gute Essen bei Konfifreizeiten und Weihnachtssitzungen.
Danke und ein herzliches „Vergelt’s Gott“ für deine Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit gegenüber den Ärmsten an deiner Haustür
und noch für so vieles mehr ...

Bleibt gesund und behütet, Du und Susanne!
Dein KGR 2020

Bei Uli ist immer Musik drin - und wird es sicher auch künftig sein.
Keine Sitzung ohne Singen. Je mehr Geburtstagskinder desto besser. Jeder durfte, nein, musste sich ein Lied wählen und dann wurde gesungen. Zu Beginn und wer kann schon ohne Lied in die Nacht hinaus! Notfalls sprengte es halt den Rahmen. Kirche, Theologie, Pädagogik – ging bei Uli alles über die Musik. Musicals und Passionslieder hat er komponiert und einstudiert, Pfarrerdienstbesprechungen und Pfarrkonvente begleitet, Chöre dirigiert. Und wehe die Gemeinde durfte nicht singen – eines Virus wegen, der wirklich nicht noch hätte sein müssen – dann sang er eben allein, oder im Duett – mit dem Kantor. Und sonst? Es gab da ein paar NoGos: Protokolle schreiben etwa (völlig rotes Tuch) oder die Kanzel der Stiftskirche („Das tu ich mir nicht mehr an“ – aber warum? Tut eigentlich gar nicht weh!).
Er gehörte schon nach Stephanus, in die Hanglange, tief im Westen, wo die Sonne untergeht, mit Blick über die Stadt zum Schloss (und zur Stiftskirche ), in sein Quartier. Von seiner Gemeinde und seinem Kollegen geschätzt, sie umsorgend und, ja, immer wieder auch von ihr umsorgt. Er hat unglaublich viel gegeben in sein Amt: an Einsatz, Engagement, Herzblut, Leidenschaft. Das hat auch gezehrt im Lauf der Jahre – darum genieße ihn jetzt, den Ruhestand, und arbeite an deinem Handicap (Minigolf, nicht Golf – den fährt er nur – weiter gen Westen).
Kim Apel

Lieber Uli,

die gemeinsame Zeit mit Dir in der Stephanusgemeinde war eine sehr gute Zeit! Dafür möchte ich Dir herzlich danken!
Es war eine gute Zeit, hast Du doch uns Musiker*innen alle gewünschte und mögliche Freiheit gelassen, bei der Auswahl der Werke und bei der Gestaltung der Konzerte wie auch der Musik in den Gottesdiensten.
Dass das nicht selbstverständlich ist, belegen zahllose Anekdoten über Pfarrer und Kirchenmusiker.
Ein besonderes Geschenk für mich war, dass Du im Stephanuschor mitgesungen hast!
Danken möchte ich Dir auch für so manche Anregung im Gespräch, wie auch so oft im heiteren Miteinander.
Es war eine gute Zeit, und ich wünsche Dir, dass Du den Ruhestand genießen kannst!
Und mir wünsche ich, dass wir uns nicht aus dem Auge verlieren.

Mit herzlichem Gruß
Hans Walter Maier

Seit meiner ersten Begegnung mit ihm war es mir klar: wir werden uns gut verstehen. Ein angenehmes Bauchgefühl prägte unser Gespräch in der Stephanuskirche. Die Zeit – auch wenn leider sehr kurz – hat diese erste Erfahrung bestätigt. Uli Zeller zeigte sich von Anfang an offen, kooperativ und äußerst musikalisch: was für ein Glück hatte ich als neu gewählter Kantor in Stephanus! Uli Zeller verfügt über eine besondere Sensibilität für die Liturgie – und natürlich auch für die Musik – und eine tiefe Spiritualität – abgesehen von seinem Sinn für Humor! Dies ist für einen Kirchenmusiker das A und O einer beruflichen und persönlichen Beziehung mit einem Pfarrer und dafür bedanke ich mich von tiefstem Herzen.

Marcel Martínez

Uli Zeller

Er war einer von uns, den man gerne hörte, und, wenn er fehlte, vermisste. Seine klare, geschulte Stimme trug bisweilen den Tenor. Uli Zeller kam zu den Chorproben, wann immer es ihm möglich war; bei den Aufführungen sang er fröhlich mit, oft auch im Talar, wenn er in seiner Stephanuskirche Dienst hatte. Es war für alle Dirigenten – Hans Walter Maier, Tabea Flath und Marcel Martínez – "geschickt", wenn man vor oder auch in der Probe Absprachen treffen oder wenn Uli seine Bekanntgaben los werden konnte – darunter auch rein praktische: „Stühle aufeinander stellen, aber nicht vor die Heizung!“
Auch Susanne sang seit 1999 immer wieder im Chor mit und beide waren gerne bei unseren Chorfesten mit dabei.
Der Chor – wir alle sind Uli zu Dank verpflichtet.

Lebt wohl ihr beiden und bleibt uns gewogen!
Klaus Mohr

Nicht wie Jonas, sondern immer bereit!

Ein weites Herz für jede und jeden, aus der Weststadt oder aus Westafrika, aus dem Hagellocherweg oder aus Homs in Syrien, aus Hirschau oder aus Mossul (im Altertum Ninive, Jonas Stadt).
Ulrich Zeller war nie so einer wie Jonas, den ein Fisch erst zum Einsatzort tragen musste. Mit ausgebreiteten Armen ist er da, wo Hilfe nötig ist.
So war es auch 2015. Fast 100 Geflüchtete aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan und Gambia kündigten sich anfangs Dezember an, sie sollten direkt unter der Kirche im Hagellocherweg eine erste Zuflucht finden. Natürlich, für die Schwestern und Brüder des anderen abrahamitischen Glaubens standen die Kirchen-türen der Stephanusgemeinde offen.
Bald fand im Gemeindesaal ein islamisch-christliches Weihnachtsfest statt. Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas wurde gelesen und die Sure von Jesu Geburt auf arabisch gesungen. Es wurde gefeiert und beschenkt, die Kinderaugen, noch vor Wochen starr vor Angst auf dem Mittelmeer, strahlten vor Freude. Mittendrin der Pfarrer, ebenfalls strahlend.
Und so ging es dann weiter die nächsten zwei Jahre, beim Sommerfest und bei der nächsten Weihnachtsfeier mit Nikolaus. Der Pfarrer war immer auch für die Muslime zentrale Person. Die Kleiderkammer im Jugendraum schien mit Hilfsgütern fast aus den Nähten zu platzen, vor der Tür immer wieder eine große Schar von Müttern, von Kindern, natürlich auch besorgten Vätern, die dankbar mit den Kleidungsstücken, mit Spielzeug oder Küchengeräten als Erstausstattung nach Hause in den Hagellocher Weg zurückgingen. Jeden Montagnachmittag Sprachcafé, viele Lernende klein und groß, Lehrende mit großer und kleiner pädagogischen Ausrüstung, aber mit ganzem Herzen dabei. Und mit dem Pfarrer, der fast immer längere Zeit hereinschaute, wurden Zagen und Zweifel vertrieben und neuer Lerneifer begann.
Entsprechend dem Motto, der wahre Dienst beginnt nach dem Gottesdienst, zeigte Pfarrer Ulrich Zeller, dass für Geflüchtete – Angehörige, Heimat, Besitz verloren – die Kirche weit offen macht, damit neu die Zukunft für Verzweifelte gebaut wird.

Vielen Dank und Gott vergilt es!
Rainward Bastian

Herzliche Grüße von den Konfi-MitarbeiterInnen im Jahr 2015 beim Konfi-Casino

Lieber Uli, liebe Susanne,

Osternachtgottesdienste haben wir mit Euch beiden in der Stephanuskirche kennengelernt und kaum ein Jahr darauf verzichtet. Das Entzünden des Osterfeuers, der Pilgerschritt in die Kirche in dem Gefühl von Gemeinschaft, dann die Liturgischen Gebete, Gesänge und Tänze mit dem anschließenden geselligen Frühstück – das ist für mich Ostern.
Ostersonntag 1998 – es war auch Dein erster Ostergottesdienst in Stephanus – war für uns alle durch die Taufe unserer damals 10-jährigen Tochter Thabea ein ganz besonderes Ereignis, das wir mit Dir und mit Susanne gemeinsam vorbereitet haben. Meine sehr persönliche Erinnerung gilt dem Taufgespräch. Du, lieber Uli, kamst zu uns nach Hause. Ich haderte zu der Zeit sehr mit der maskulin-dominierten Sprache in der Bibel und erzählte Dir davon, dass ich nach einem Taufspruch suchte, in dem nicht „der Gott“ oder „Er“ zu lesen war. In unserem Gespräch erklärtest Du mir damals, dass „Jahwe“ im Ursprung eine Gottheit und nicht ein männlicher/väterlicher Gott gewesen sei. Das hat mich beruhigt und mir seither immer wieder geholfen Gebete – auch das „Vater“ Unser – für mich als Frau neu zu verstehen. Danke, dass Du mir geholfen hast meinen Blick zu öffnen!
Was wäre das Leben in der Gemeinde ohne Musik: mit dem Projektchor für das Singen in Gottesdiensten, beim Erntedankfest oder für eine Hochzeit in der Kirche zu proben hat mir und uns immer Spaß gemacht und gut getan. Nach den Proben in dieser überschaubaren Gruppe von Singfreudigen, fühlte ich mich beschwingt. Ich erinnere mich auch noch gerne an unsere kleinen Klassik- und Jazz-Konzerte, bei denen wir Spenden für die Kindertagesstätte in Quilmes sammelten. Toll, wie Du uns immer wieder für dieses Hilfsprojekt entfacht hast.

Herzliche Grüße und alles Gute für Euren weiteren Lebensweg
Barbara Herzog

Lieber Uli,

Die Weihnachtskonzerte in der Stiftskirche haben ein hohes Niveau, der Stephanuschor hat ein ebenso hohes Niveau, und die Weihnachtslieder, die man hier in der Adventszeit im Gottesdienst sang, gehörten für mich nicht zum aktiven Liedgut. Irgendwie schaffte ich es, Adventslieder-Singen in der Kirche einzurichten, obwohl ich selbst nicht einmal richtig vom Blatt singen, geschweige denn Klavier spielen kann. Meine Frau half mir beim Lieder aussuchen, wir fanden einen Pianisten und es kamen erstaunlicherweise viele interessierte Singende. Im folgenden Jahr wurde das Adventsliedersingen an uns herangetragen, aber wir hatten keinen Pianisten. Uli als musikalisches Universaltalent übernahm diesen Part, und meine Frau und ich waren so froh, dass alles so spontan und unkompliziert geklappt hat.

Vielen herzlichen Dank, Uli, für Deine Unterstützung.
Christoph Herzog

Weltgebetstag

Danke Uli, dass du den Weltgebetstag für Kinder nach Tübingen gebracht hast!
Im Jahr 1999 gab es zum ersten Mal einen Weltgebetstags-Kindergottesdienst für die Tübinger Teilgemeinden in der Stephanuskirche. Die vorbereitenden Frauen waren in diesem Jahr aus Venezuela und so konnten die Kinder an verschiedenen Stationen einiges über die Situation in Venezuela erfahren und einen typischen Tanz lernen, den Salsa. Mit dem von mir entworfenen Logo haben wir viele Jahre diese Idee weitergetragen und viele Kinder eingeladen.

Annette Herrgott

Lieber Herr Pfarrer Zeller,

als Nachbargemeinde grüßen wir sehr herzlich herüber an den Ort Ihres langen Wirkens.
Mit drei unterschiedlichen Pfarrer-Generationen unsererseits galt es für Sie zusammen zu wirken, sich zusammen zu raufen und zum Wohle der Gesamtkirchengemeinde zu wirken. Danke für alles immer wieder auf uns zugehen, uns machen und auch mal stehen lassen.
Das ist sicher die große Kunst in einem solchen gesamtkirchengemeindlichen Gefüge. Sie haben das in guter Weise praktiziert.
Wir wünschen Ihnen nun für Ihren weiteren Weg alles Gute und den wärmenden Segen unseres guten Gottes – und ganz viel Kraft, gerade wenn das Abschied nehmen unterwegs auch mal schwer fällt.

Gruß, Dorothee Schäfer und Wolfgang Stäbler
Kirchengemeinderat der Ev. Jakobusgemeinde Tübingen