IGLESIA EVANGÉLICA DEL RÍO DE LA PLATA

 

CONGREGACIÓN EVANGÉLICA ARGENTINO-GERMANA, BUENOS AIRES SUR

Gegründet 12.4.1898

25 de Mayo 24 (1878) Quilmes Tel./Fax +54-11-4254 6578

Emailadresse: jardinesquilmesdontospamme@gowaway.hotmail.com

Kindertagesstätten "Los Angelitos" und "El Arca de los Niños"

Liebe Freundinnen und Freunde in Deutschland

„Was ist wichtiger, der Weg oder das Ziel?“ fragte der große Panda. „die Begleitung (Gesellschaft)“ antwortete der kleine Drache.

September 2020

Vergangene Woche haben wir hier den „Tag der Lehrenden“ begangen – ursprünglich ein Gedenktag für Domingo F. Sarmiento, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Einführung der allgemeinen, unentgeltlichen und laizistischen Schulbildung zu einem seiner Hauptanliegen machte. 1884 wurde sie in Argentinien zum Gesetz.Traditionell haben an diesem Tag die Teams von Schulen und Kindereinrichtungen frei und unternehmen etwas gemeinsam, etwa einen Ausflug oder Essen gehen.

 

 

Das Plakat am Eingang zur Kindertagesstätte für die Kleinsten - ein Gruß zum Frühlingsanfang am 21. September und eine Erinnerung an die Schutzregeln, für das Abstandhalten bei der Lebensmittelausgabe und für jeden Tag.

In diesem Jahr ist auch das ganz anders gewesen. Denn nach wie vor sind alle öffentlichen Einrichtungen, Schulen und Kindertageseinrichtungen geschlossen. Seit dem Monat Juni sind die täglichen Ansteckungszahlen kontinuierlich gestiegen und haben sich für den Ballungsraum Groß-Buenos Aires auf einem beunruhigend hohen Niveau eingependelt. Immer sind es um die 11.000 neue Fälle, und die Auslastung der Krankenhäuser und speziell der Intensivstationen bedrohlich hoch. Nach der Konzentration auf den Großraum Buenos Aires gibt es in den letzten Wochen mehr und mehr Ansteckungen in den Bundesländern – und in den kleineren Städten, gar auf dem Land ist die sanitäre Ausstattung völlig unzureichend. Überhaupt lässt diese Seuche alles überdeutlich werden, was seit jeher im Argen lag und liegt.

Für den Bereich Erziehung gilt das ganz besonders: marode Gebäude, zu hohe Schülerzahlen, mangelhafte hygienische Ausstattung und Mobiliar, usw... unvorstellbar, unter diesen Bedingungen die Aktivitäten wieder aufzunehmen. Eine weitere Hürde: die öffentlichen Verkehrsmittel, einzige Option der armen Bevölkerung, und weit entfernt davon auch nur einigermaßen hygienische Mindestanforderungen zu erfüllen. Gegenwärtig sind sie noch ausschließlich den Personen vorbehalten, die in „essentiellen Berufen“ tätig sind.

 

 

Dieses Foto ist in unserem Gruppenraum für die Kleinsten "Sala Ranitas" (Fröschleingruppe) aufgenommen: Lebensmittel werden für die monatliche Ausgabe zusammengestellt.

In Quilmes, der Stadt mit knapp 600.000 Einwohnern sind seit März 23.400 Ansteckungen und 470 Todesfälle offiziell bestätigt worden. Aber gerade in den Armenvierteln gibt es viele Personen die sich nicht melden, aus Angst interniert zu werden. Auch Mütter unserer Kindertagesstätten: „wer kümmert sich um meine Kinder, wenn sie mich zur Isolierung dabehalten? Lieber bleibe ich zu Hause bis es mir wieder gut geht“ so und ähnliche Nachrichten bekommen die Erzieherinnen immer wieder.

Mittlerweile haben wir eine feste Routine der Kommunikation mit den Familien unserer beiden Häuser. Jeden Vormittag versenden die Erzieherinnen Geschichten, Lieder, Grüße und Anregungen für Aktivitäten. Und sie stehen zur Verfügung für Fragen, Sorgen und Zweifel. Unser Beratungsteam mit Psychologin und Sozialarbeiterin kümmert sich um konkrete Problemlösungen bei Beantragungen und Schwierigkeiten in Sachen Sozialhilfe (spärlich und ungenügend, aber unentbehrlich). Die größte Hürde dabei ist, dass viele Familien keinen oder nur ganz beschränkten Internetzugang haben. Oft gibt es nur ein Handy im Haus und mit dem müssen alle Familienmitglieder auskommen. Die Verbesserung dieser Situation ist ein prioritäres Anliegen an die staatlichen Stellen - für uns ebenso wie für alle Geschwister-Organisationen, die in denselben Armutssituationen arbeiten.

 

 

Ein Kindergartenkind bei sich zu Hause, wie es mit den Materialien malt, die wir mit den Lebensmitteln verteilen.

Zu unseren Kontakten mit den Familien gehört nach wie vor die monatliche Ausgabe einer größeren Menge von Lebensmitteln, Hygieneartikel, Spiel und Bastelmaterial und der von der Schulbehörde in unregelmäßigen Abständen zur Verfügung gestellten Aktivitätenhefte. Immer bereiten die Erzieherinnen außerdem ein kleines Geschenk für die Kinder vor.

Die Vorbereitung und Durchführung nimmt viel Energie in Anspruch – und die Begegnung mit den Familien ist gleichzeitig so wichtig und so unzureichend, um etwas von der von beiden Seiten schmerzlich vermisste Kommunikation aufzuholen – Fotos und Sprachnachrichten per Whatsapp können die menschliche Gegenwart natürlich nicht ersetzen. Das Bild oben (von unserer Grußkarte für die Mitarbeiterinnen zum „Tag der Erziehenden“) spricht davon: „Was ist wichtiger, der Weg oder das Ziel?“ fragte der große Panda. „die Begleitung (Gesellschaft)“ antwortete der kleine Drache.

 

 

Wie wir uns gegenseitig begleiten, den so ungewissen Weg gemeinsam weiter gehen können, darum geht es jeden Tag aufs Neue. Und darum geht es auch in unserer Beziehung zu Ihnen, zu Euch. Inmitten so vieler Ungewissheiten bei uns wie bei Ihnen ist unsere Verbundenheit ein Fenster, dass wir hin und her öffnen können, wie tröstlich!

Wohin auch immer uns die kommenden Wochen führen mögen, lassen Sie uns daran auch weiterhin festhalten.

Im Namen der Familien, unseres Mitarbeiterinnenteams und unserer Gemeinde senden wir ganz herzliche Grüße aus Quilmes.

Claudia Lohff-Blatezky

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Kindertagesstätten

April 2020

Noch ist keine Ende der Ausgangsbeschränkungen abzusehen, aber wir wissen schon, dass jede Art von Schulbetrieb uä. zu den Aktivitäten gehört, die als letzte wieder zur Normalität zurückkehren werden.

Was das im Einzelnen für unsere Arbeit bedeutet, können wir nur Stück für Stück begreifen.... aber zwei Dinge wissen wir mit Sicherheit schon jetzt:

Wir tun alles uns Mögliche, um die Beziehung zu den Kindern und ihren Familien lebendig zu halten und sie spüren zu lassen, dass wir sie  nicht vergessen, dass wir für sie da sind. In diesem Sinne der angehängte Video-Gruß, den wir per Facebook und Whatsapp weitergeben und dessen Übersetzung wir unten anfügen.

Und zweitens: Mehr als je ist die Unterstützung aus Deutschland unentbehrlich damit wir weiterbestehen und - wenn es erst einmal so weit sein wird - unsere Türen wieder weit öffnen können. Die Überbrückung der Zeit bis dahin ist nicht einfach, auch in finanzieller Hinsicht. Bitte vergessen Sie uns nicht inmitten all der Herausforderungen, mit denen Sie es jeden Tag zu tun haben - genau wie wir.

Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott uns alle fest in seiner Hand!

Herzliche Grüße aus Quilmes

Claudia Lohff-Blatezky

 

 

 

Übersetzung Video für die Familien

Hallo liebe Kinder und Familien!
Zur Zeit müssen wir zu Hause bleiben.
Nur auf diese Weise könnt ihr euch selbst und die anderen schützen.
Wir wollen euch dabei Gesellschaft leisten und euch bitten:
Vergesst nicht jeden Tag zu lachen;
eure Familie zu umarmen und euch umarmen zu lassen;
in der Sonne zu spielen;
mit unsichtbaren Stiften ein tassenfarbigen Regenbogen zu malen;
zu singen, zu tanzen und herumzuspringen bist ihr müde seid;
den Mond und die Sterne anzuschauen;
Geschichten für einander zu erfinden;
für euer Brot (dh euer Essen) Dank zu sagen und für jeden neuen Tag.
Und dabei leisten wir euch Gesellschaft, machen uns gegenseitig Mut,
spüren, dass wir einander nahe sind.
Vergiss nicht, dass wir dich sehr lieb haben!!!
Und wenn diese Zeit vorüber sein wird,
treffen wir uns wieder und verbringen gemeinsam wunderschöne Momente.
Bis bald!!
Kindertagesstätten “Los Angelitos” und “El Arca de los Niños”

Liebe Freundinnen und Freunde in Deutschland

April 2020

Während wir versuchen, uns Tag um Tag in dieser so völlig veränderten Welt zu orientieren, denken wir oft an Sie alle. Informationen über die Situation in den Ländern Europas, der USA und anderen Teilen der Welt gehören seit jeher, aber jetzt ganz besonders zur täglichen Nachrichtenproduktion in Argentinien. Aber was hören Sie von Argentinien?

Seit dem 16. März sind die Aktivitäten der Schulen und Kindergärten unterbrochen, davon sind seitdem auch unsere Kindertagesstätten betroffen. In den darauffolgenden Tagen haben wir, wie viele Geschwister, für sehr arme Familien Lebensmittelpakete für zwei Wochen (zuerst verordnete Dauer der Unterbrechung) zusammengestellt, die Empfängerfamilien verständigt und die Ausgabe organisiert.

Erste Komplikation dabei: das Schuljahr hatte ja gerade erst am 2. März begonnen, die neu zugegangenen Familien kennen wir noch nicht in allen Fällen im Detail und haben deshalb auch noch nicht alle benötigten Angaben. Aber Not macht erfinderisch und solidarisch, wir haben es geschafft.

Dann kam die Verfügung der kompletten Ausgangssperre ab dem 19. März, die am 29. 3. um zwei Wochen verlängert wurde. Die unentbehrlichen Berufsgruppen sind ausgenommen - dazu gehören auch wir - wenn wir nicht unter eine der Risikogruppen fallen: über 65 Jahre alt, chronische Erkrankung die zur Reduzierung der Immunkräfte führen, einziges Elternteil für die Betreuung der minderjährigen Kinder ohne Schulunterricht. Aber es gilt nur für die Organisation und Durchführung der Versorgung mit Lebensmitteln.

Also haben wir in den letzten Tagen unsere Zeit und Energie darauf verwendet, eine neue Ausgabe von Lebensmittelpaketen zusammenzustellen. Gar nicht einfach, denn in den meisten Läden sind die Verantwortlichen nicht bereit, die Produkte in größeren Mengen zu verkaufen, auch wenn wir erklären, wofür wir diese Mengen benötigen und dass es sich nicht um Hamsterkäufe handelt. Eine weitere Hürde: Auch die Banken funktionieren nur per Online-Banking, aber viele Zulieferer wollen nur gegen Bargeld verkaufen. Ganz zu schweigen von den zum Teil schamlosen Preissteigerungen trotz offiziellem Einfrieren der Preise.

Aber wir haben es wieder geschafft - und die immer wieder ausgedrückte Dankbarkeit der Mütter macht deutlich, dass es sich um viel mehr handelt als um die bitter nötigen Lebensmittel - der Anruf, und der Moment der Übergabe machen es für sie greifbar: Es denkt jemand an mich; mein Ergehen und das meiner Kinder ist anderen wichtig!

Wir können uns in diesen Tagen zwar nicht umarmen - schwierig für argentinische Gepflogenheiten! - aber alle Beteiligten spüren, wie bedeutungsvoll und hoffnungsspendend diese Begegnungen sind.

Wir sind dankbar für die Möglichkeit dazu!

Argentinien ist ein Land großer wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Unterschiede. Der Zugang zu digitaler Kommunikation, zu online abgewickelten Behörden und Bankvorgängen, ist den ärmeren Bevölkerungsteilen nicht möglich - im besten Fall haben sie ein Prepaid-Handy.

Schon zu “normalen Zeiten” bedeutet das, ausgeschlossen zu sein von vielen Interaktionen. In der gegenwärtigen Situation, in der, wo immer möglich, auf Arbeit von zu Hause aus per Internet am Computer umgestellt wird, können die Armen nicht mitziehen. Ihre Erwerbstätigkeiten haben keine online-Alternativen: Arbeit am Bau, im Straßenverkauf oder als Haushaltshilfe. Und zumeist haben sie kein Bankkonto und kein Internet um es online zu verwalten.

Und in ihren Hütten wohnen meisten so viele, dass an einen Vorbeuge-Abstand von einem Meter oder mehr gar nicht zu denken ist. Häufiges Händewaschen - wie soll das gehen, wenn kein fließendes Wasser im Hause ist?

Angesichts der so vielfältigen neuen Facetten der Ungleichheit und Benachteiligung schließen wir heute und alle diese Tage hindurch diese Situationen in unsere Fürbitten ein und bitten Sie alle, es ebenfalls zu tun.

Wir gehen auf die Karwoche zu, dieses Jahr ohne Palmsonntag mit geweihten Olivenzweiglein, Passionsandachten und Via Crucis, den Kreuzweg-Umzügen, die gerade in den Armenvierteln so wichtig sind. Lassen Sie uns gemeinsam darum beten und darauf hoffen, dass die Ostern gefeierte Überwindung der Kräfte des Todes in unser aller Leben und Welt greifbar werde.

In alter und neu befestigter Verbundenheit

Claudia Lohff-Blatezky

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Kindertagesstätten

Auch dieses Jahr senden wir aus Quilmes viele gute Wünsche zum Neuen Jahr - und unseren Dank für Ihre Unterstützung durch all diese Monate hindurch.
Wenn wir sagen, dass Sie für unser Fortbestehen entscheidend wichtig waren, dann ist das nicht nur finanziell-materiell zutreffend.
Ihre tätige Anteilnahme hat uns über Zeiten getragen, von denen wir uns nur ganz allmählich erlauben wahrzunehmen, wie furchtbar, wie zerstörerisch sie waren. Und auch das nicht nur materiell - obwohl ganz massiv - sondern gesellschaftlich, mitmenschlich, spirituell.
In diesen Tagen kommt mir immer wieder die Stelle aus dem Märchen vom Froschkönig in den Sinn:
“Heinrich, der Wagen bricht! Nein Herr, der Wagen nicht, es ist ein Band von meinem Herzen, das da lag in großen Schmerzen…”

Von Dezember 2015 bis Dezember 2019 hat die argentinische Regierung auf Bundes-, Landes- und in Quilmes auch Kommunalebene immer wieder in Worten und Taten ausgedrückt, dass der Zugang zu Gesundheit, Erziehung, Forschung, Kultur, Sozialfürsorge für unbemittelte Bürger eben ein Luxus seien, in den der Staat unmöglich investieren könne.
Inhaber von Regierungsämtern haben unumwunden die Verbrechen der Militärdiktatur von 1976 - 1983 in Frage gestellt “so viele Verschwundene waren es doch gar nicht” “die staatstragende Rolle der Streitkräfte muss wieder ins richtige Licht gerückt werden, Schluss mit den Verleumdungen” - und so unglaublich viele andere richtig schlimme Ungerechtigkeiten sind passiert.
Wir haben diese Zeit überstanden, indem wir das alles wohl wahrgenommen haben, aber auch ein großes Stück weit unsere Gefühle und Gedanken in eine fest verschlossene Truhe gesperrt haben, um weiter machen zu können. Und nun springt die Truhe auf und wir kommen wieder in Kontakt mit all dem Schmerz, Entsetzen und Empörung über soviel krasse Missachtung, über soviel Zynismus und Ausplünderung zur Selbstbereicherung.

In dieser Zeit war die Arbeit in unseren Kindertagesstätten nicht nur unser Engagement als Christen, der Umgang mit den Kindern und ihren Familien war uns tägliche Quelle der Freude und Sinngebung. Der Dank dafür schließt auch Sie ein!

Weiter unten finden Sie nicht nur unseren Gruß zum Jahresbeginn, sondern auch einen Artikel aus der Dezember-Januar-Nummer der Zeitschrift Weltbewegt, herausgegeben vom Zentrum für Mission und Ökumene -ZMÖ - der Nordkirche.

Und wir laden Sie ein, hier https://amerika21.de/geo/argentinien immer wieder Neues aus Argentinien mitzuverfolgen, von dem in den großen deutschen Medien sonst nicht zu finden ist.

Wir wünschen uns und hoffen, dass wir auch in diesem neuen Jahr und Jahrzehnt mit Ihnen verbunden bleiben und grüßen Sie sehr herzlich

Claudia Lohff-Blatezky

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Kindertagesstätten!

Quilmes, 2. Januar 2020

Noch ist das gerade begonnene Jahr ein ganz unbeschriebenes Blatt – was mag es für uns bringen?

Von Herzen hoffen wir auf Besserung für die über 40 Prozent der Argentinier die unter der Armutsgrenze leben – eine Zahl die im letzten Jahr um 7 Prozent angestiegen ist.

Die am 10. Dezember 2019 angetretene neue Regierung – auf Bundes-, Landes- und in unserem Fall auch Kommunalebene - ist in den ersten 20 Tagen unermüdlich tätig gewesen, um auf den verschiedenen Gebieten Programme zur möglichst schnellen Verbesserung der krassesten Notsituationen einzuleiten, und längerfristige strukturelle Verbesserungen anzugehen.

Solidarität, Gerechtigkeit und Unterstützung der sozial Schwächsten sind Ziele, denen uns dieses 2020 hoffentlich trotzdem näher bringen wird. Für unsere Arbeit erhoffen wir uns konkret, dass sich Türen auftun werden, die wir in den letzten 4 Jahren trotz großer Anstrengungen nicht öffnen konnten.

Die Jahreslosung für diese Jahr – „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ passt dazu so gut, als wäre sie extra für unsere Situation ausgesucht worden.

Ein gewichtiger Grund für Zutrauen und Hoffnung fließt uns aus all der Hilfe zu, die wir von Ihnen in den vergangen 12 Monaten wie in den Vorjahren erhalten haben. Alles was wir in diesen Monaten für die Kinder und ihre Familien tun konnten wäre nicht möglich gewesen ohne Ihren unermüdlichen Bestand – angesichts der unaufhaltsamen Steigerung aller Kosten ist es nur Ihre Hilfe gewesen, die uns das Weitermachen ermöglicht hat.
Für die Jahresabschlussfeier haben die Eltern Wünsche auf Sterne und Herzen geschrieben, die ihre Kinder dann an den Weihnachtsbaum gehängt haben:
„Wir wünschen uns, dass alle Kinder glücklich sein können, dass sie immer mehr lernen und die fröhlichen Momente in der Kita miteinander teilen“;
„Wir wünschen uns, dass die Kita auch in Zukunft unser Kind so froh machen kann wie bisher und noch viele Kinder mehr“ –
Bewegt haben wir diese Wünsche angehört und geben sie an Sie weiter – denn sie sprechen eine deutliche Sprache davon, was die Kindertagesstätten für die Familien bedeuten. Für diese Bedeutung sind Sie ganz unverzichtbar – Danke für Ihre geschwisterliche Solidarität, Danke dafür, dass Sie Teil unserer Kindertagesstätten sind!

Herzliche Grüße aus Quilmes

Claudia Lohff-Blatezky

Weil der Hunger nach Leben so groß ist

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Kindertagesstätten!

Monat um Monat hat sich die Situation hier bei uns in Argentinien, in Quilmes verschlechtert. 

Immer mehr Familien rutschen unter die Grenze des Existenzminimums. Die Familien unserer Kindertagesstätten gehören zu mindestens vier Fünfteln dazu - und das ist in vielfacher Weise täglich fühlbar. Immer wieder erhöhen unsere Köchinnen die Mengen pro Mahlzeit - immer mehr Familien fragen danach, ob sie "übriges Essen" mitnehmen können - auch dafür versuchen wir zu sorgen. Für Ende des Jahres wird vorhergesagt, dass 6 von 10 Kindern in Armutsverhältnissen leben werden - schon jetzt sind es mehr als 50 %.

In etwas mehr als 3 Wochen finden die allgemeinen Wahlen am 27. Oktober  statt - und der Wahlkampf vergiftet immer mehr die Atmosphäre. Der täglichen Not und Verzweiflung angesichts der unaufhörlichen Schließung von Fabriken und dem Verlust von Arbeitsstätten der armen Menschen begegnet die Stadregierung mit dem Verteilen von winzigen Lebensmittelpaketen - denen die Stimmzettel des gegenwärtigen Bürgermeisters beigelegt sind. Und es gibt noch unzählige weitere schlimme Tatbestände, in so vielen Bereichen des Alltags.

Wir versuchen, uns von soviel Schlimmem nicht irre machen zu lassen. Die Verbundenheit mit Ihnen ist dabei für uns so wichtig!

Im Anhang sende ich Ihnen einen kleinen Gruß zum Erntedank - und bei Ernte denken wir besonders an all das was durch Ihre Unterstützung jeden Tag hier möglich gemacht wird.

Mit dem Monat Oktober beginnt das letzte Vierteljahr unseres Schul- und Kindergartenzyklus. Wir beginnen an die Abschlussaktivitäten zu denken - aber vorher noch begehen wir im Oktober zwei besondere Feier- bzw. Gedenktage.

Mit herzlichen Grüßen aus Quilmes

Claudia Lohff-Blatezky

Guter Kontakt zur Kindertagesstätte in Quilmes

Quilmes ist ein "Vorort" im Süden der Millionenmetropole Buenos Aires. Mehr als 400.000 Menschen leben hier. Die kleine deutsch-evangelische Gemeinde in Quilmes hat angesichts der Not der ärmsten Familien im benachbarten Slumgebiet ihr ehemaliges Gemeindehaus umgewidmet zu einer KiTa für ca. 120 Kinder.

Die Leiterin, Claudia Lohff-Blatezky, war schon mehrfach bei uns und hat immer wieder von der aktuellen Situation erzählt. In der Adventszeit erreichen uns "Briefe auf dem Weg zur Krippe", zu Ostern oder Pfingsten oder zum Gemeindefest kommen Grüße von dort per Email.  

Wir sind dankbar für diesen Kontakt und empfinden ihn keineswegs nur als Einbahnstraße einer finanziellen Unterstützung. Natürlich ist jeder Euro, den wir dorthin geben können, dort sinnvoll und nötig. Aber wir empfangen auch vieles aus dieser Partnerschaft.

"Wir sind arm, aber wir haben ein Herz füreinander". Allein dieses Zitat aus Quilmes gibt uns immer wieder Grund zum Nachdenken über das, was wirklich wichtig ist.  

Wenn Sie uns helfen wollen, die KiTa in Quilmes zu unterstützen, überweisen Sie Ihre Spende bitte mit dem Stichwort QUILMES auf unser Konto DE98 6415 0020 0000 1531 91 bei der KSK Tübingen. Eine Zuwendungsbestätigung wird Ihnen selbstverständlich zugesandt.

Bilder der Kindertagesstätte Quilmes