IGLESIA EVANGÉLICA DEL RÍO DE LA PLATA

 

CONGREGACIÓN EVANGÉLICA ARGENTINO-GERMANA, BUENOS AIRES SUR

Gegründet 12.4.1898

25 de Mayo 24 (1878) Quilmes Tel./Fax +54-11-4254 6578

Emailadresse: jardinesquilmesdontospamme@gowaway.hotmail.com

Kindertagesstätten "Los Angelitos" und "El Arca de los Niños"

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Kindertagesstätten!

Doch, es gibt uns noch! Aber: Argentinien macht seit Längerem schwere Zeiten durch. Die konservative, seit Ende 2015 im Amt befindliche Regierung hat von Anbeginn Einsparungen gerade in den sensiblen Bereichen Gesundheit, Forschung und Bildung betrieben. Und eine Wirtschaftspolitik, die eindeutig die großen Wirtschaftskartelle begünstigt, Klein- und Mittelunternehmen aber immer mehr an die Wand und ins Aus drängt. „Schluss mit der staatlichen Bezuschussung von Dienstleistungen“ heißt es schon seit mehr als 2 Jahren – und die Tarife von Strom, Gas, Wasser, Nahverkersunternehmen sind in astronomische Höhen geschnellt – für sehr viele unbezahlbar. Ende Mai wurde im Parlament ein Gesetz behandelt, mit dem die Tarife für Gas, Wasser und Strom auf den Stand von November 2017 gesenkt und zukünftige Steigerungen an Inflation und Lohnerhöhungen gekoppelt werden sollten. Doch noch bevor es mit der Stimmenmehrheit der Opposition verabschiedet wurde, hatte Macri sein Präsidenten-Veto unterschrieben...

Die Inflation läuft weiterhin allem davon, die viel beschworenen Investitionen aus dem Ausland lassen auf sich warten, die Staatsverschuldung wächst sprunghaft – und schließlich nimmt die Regierung wieder Zuflucht zum IWF – das erinnert an die schweren Zeiten die wir in den Neunzigern durchmachten und die schließlich mit dem Staatsbankrott endeten. Wie vor zwanzig, fünfundzwanzig Jahren geht es um Privatisierung aller einigermaßen lukrativen staatlichen Einrichtungen – seien es Krankenhäuser, Forschungszentren, das Rentensystem...

Keine Frage, dass inmitten dieses bedrückenden Szenarios die Bedeutung unserer Arbeit mit den armen Familien in Quilmes immer größer wird. Der Hunger zieht Stück für Stück in mehr Haushalte ein, in den Armenvierteln wird für den Eintopf eine kleine Möhre und eine halbe Zwiebel gekauft – denn für mehr reicht es nicht, wenn überhaupt.

Seit Anfang Juni sind zudem die Temperaturen wirklich winterlich niedrig – und in den Hütten wird gefroren. Drei richtige ausgewogenen Mahlzeiten, trockene und beheizte Gruppenräume – das macht einen Riesenunterschied für die Gesundheit und Lebensqualität der Kinder aus. Mittlerweile geben wir außerdem einer Reihe von allein erziehenden Müttern Essensportionen für den Abend mit.

In so schwierigen Zeiten wie gegenwärtig gewinnt alles, was wir gemeinsam machen können, noch eine zusätzliche Bedeutung. Regelmäßiges und ausgewogenes Essen, warme Gruppenräume, beschützte Orte um unter der aufmerksamen und liebevollen Begleitung der Erwachsenen alle in ihnen schlummernden Fähigkeiten entfalten zu können, das ist für alle Kinder immer und überall unentbehrlich.

Der gegenwärtige Kontext der zunehmenden Armut, der Unsicherheit und Angst vor dem was die Zukunft noch bringen mag, hat viele zerstörerische Konsequenzen. Unsere Kindertagesstätten sind da Stätten der Hoffnung, des Zuspruches, der Wahrnehmung und Wertschätzung. Und es geschieht das immer wieder überwältigende Wunder: diese Hoffnung wird nicht nur den Familien zuteil, wir selber werden auch damit beschenkt. Und wir konstatieren aufs Neue, dass es das Miteinander, die Gemeinsamkeit ist, die das bewirkt.

Dass wir daran mit all unseren Kräften festhalten wollen, weil uns daraus inmitten der zahllosen Widrigkeiten, mit denen wir uns täglich auseinandersetzen müssen (und deren Aufzählung mehrere Seiten in Anspruch nehmen würde) neue Kraft zuwächst, können Sie bestimmt nachvollziehen.

Die Anteilnahme und Unterstützung, die wir von Ihnen erfahren, macht auch Sie zum Teil dieses Hoffnungsgewebes und wir wünschen uns, dass auch Sie dieses kleine Ermutigungs-Mysterium erleben können.

Durch unseren gemeinsamen Einsatz leuchtet hier in Quilmes für Menschen neues Licht in ihr Leben –es soll bis zu Ihnen leuchten und auch bei Ihnen Dinge heller machen!

Ganz herzliche Grüße aus unseren Kindertagesstätten und unserer kleinen Gemeinde

Claudia Lohff-Blatezky

Zwischen Weihnachten und Neujahr – Gruss aus den Kindertagesstätten Quilmes

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Kindertagesstätten,

Sie haben es ja schon gemerkt, dass es dieses Jahr keine Adventspost aus Quilmes gab. Grund dafür: Zu erdrückend war die Menge an all dem, was wir bis zum Jahresende unbedingt zu erledigen hatten – weit über das Maß dessen hinaus, was zu bewältigen war. Und noch längst sind nicht alle Angelegenheiten erledigt – eine ganze Reihe Themen nehmen wir mit in das kommende Jahr.

Auch wenn Sie davon nichts zeitnah gehört haben, fanden alle bei uns zum Jahresende üblichen Feiermomente statt: die Entlassungsfeiern für die Zwei- und Fünfjahrigen, unser Weihnachtsfest, der offizielle Abschluss des Kindergartenjahres mit allen Familien, bei dem wir wie immer voller Dankbarkeit auch an Sie alle gedacht haben.

 

„Kaum glaublich - schon ein ganzes Jahr vergangen!“ haben wir uns gegenseitig versichert. Gerade im Dezember gab es hier einige sehr beunruhigende Ereignisse in unserer Gesellschaft – aber davon berichte ich bei nächster Gelegenheit.

Heute grüsse ich Sie alle mit unseren herzlichen Dank für alle Anteilnahme und Unterstützung, mit der Sie uns durch dieses Jahr 2017 begleitet haben – ohne Sie wäre unsere Arbeit nicht denkbar.

Und selbst wenn die regionalen und weltweiten Zusammenhänge heute Anlass zu mancher Besorgnis geben, lassen Sie uns gemeinsam mit Vertrauen und Hoffnung über die Schwelle ins das Jahr 2018 treten und uns an unserer Verbundenheit freuen.

Mit herzlichen Grüssen aus Quilmes

Im Namen aller Kinder, ihrer Familien und aller Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten,

Claudia Lohff-Blatezky

Kindertagesstätten “Los Angelitos” und “El Arca de los Niños”

Dies ist der Tag, den der HERR macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein

Psalm 118,24

 

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Kindertagesstätten,

ja, heute am 21. September 2017, ist es genau 35 Jahre her, dass wir mit der Betreuung von Kindern im Vorschulalter in unserem Gemeindesaal begonnen haben!

Dreieinhalb Jahrzehnte – wie Vieles haben wir in dieser Zeit erlebt, wie viele Familien ein kürzeres oder längeres Stück in ihrem Leben begleitet! Von den ganz bescheidenen Anfängen fast ohne Ausrüstung sind wir Stück für Stück gewachsen. Wie viele schwierige Momente haben wir durchstanden und daraus viel gelernt. Stück für Stück ist ein buntes Gewebe entstanden, an dem so viele verschieden Personen mitgewebt haben:

Die Kinder und ihre Familien, die uns an ihrem Leben, ihren Sehnsüchten und Problemen teilhaben lassen, seit Jahren immer häufiger „in der zweiten Generation“, wenn die ehemaligen Kinder ihre eigenen Babies zu uns bringen; die Mitarbeiterinnen, die sich trotz der intensiven täglichen Beanspruchung immer wieder neu für ihre Aufgabe begeistern; die verschiedensten staatlichen Stellen, Verwalter der Zuschüsse, die wir so nötig brauchen und die uns so oft mit ihrer Bürokratie das Leben schwer machen...

und dann all die Menschen, die mit Wort und Tat an unserer Arbeit Anteil nehmen – hier in Argentinien und ganz besonders in unseren Partnergemeinden, und Freundesgruppen in Deutschland. Ihren Einsatz aus der Ferne für das Ergehen von persönlich unbekannten Menschen empfinden wir immer aufs Neue als ein überwältigendes Geschenk, nichts was wir „verdienen“ könnten – und ein konkretes Zeichen von Gottes Gegenwart und Liebe, die ja auch verschenkt, nicht verdient wird. Die Freude und Dankbarkeit für den zurückgelegten Weg möchten wir deshalb ganz besonders mit Ihnen allen teilen. In Südamerika, Argentinien, Quilmes sind Sie alle Tag für Tag präsent, in jeder Tasse Milch, jedem Mittagessen, der behüteten Siesta auf der eigenen Matratze, dem fröhlichen Tanzen, Springen und Entdecken im Gruppenraum und draußen im Garten, den Umarmungen und dem Vertrauen darauf, dass das Leben Gutes für uns alle bereit hält - ohne Sie gäbe es hier keine Kindertagesstätte der evangelischen Gemeinde.

Zum dankbaren Blick auf den zurückgelegten Weg gehört untrennbar die Frage nach dem Ort, an dem wir uns jetzt befinden – und auch nach den möglichen Wegen für die Zukunft.

Wo befinden wir uns im September 2017, 8 Monate nach unserem Brief zum Jahresbeginn? Im Januar schrieb ich:

Einer der misslichsten Aspekte der Diskussion im „öffentlichen Raum“, sowohl den Medien als auch in aller Art von Gruppen: Arbeitskollegen, Freundeskreise usw. ist im letzten Jahr die Gehässigkeit geworden, mit der einander widersprechende Standpunkte nicht mehr inhaltlich-sachlich diskutiert werden konnten, sondern es nur noch einen Austausch von gegenseitigen Anschuldigungen gab.“

Daran hat sich nichts verändert, sondern alles spitzt sich noch immer mehr zu. Und dem Beispiel des „Großen Bruders“ im Norden folgend, werden nicht hundertprozentig hinter den offiziellen Maßnahmen stehende Regierungsfunktionäre entlassen oder massiv zum Rücktritt gedrängt wie die Generalbundesanwältin, wenn sie in Ausübung ihrer Verantwortlichkeit Regierungsvorhaben juristisch hinterfragt. Ebenso werden alle Fäden gezogen, um Journalisten mundtot zu machen, die Regierungsmaßnahmen auf welchem Gebiert auch immer unter die Lupe nehmen. Ein zutiefst beschämender Fall ist die Verfolgung der Mapuchegruppen in Patagonien: Dort sind tausende von Quadratkilometern an ausländische Kapitalgrößen wie z.B. Benetton verkauft worden und die kleinen Gruppen der indigenen, vorkolonialen Einwohner werden aus ihrem Lebensraum verdrängt. Diese Verdrängung geschieht schon seit Jahren, aber die jetzige Bundesregierung stellt sich massiv auf Seiten der Großgrundbesitzer und setzt Einheiten des Bundesgrenzschutz gegen die Mapuchefamilien ein. Es ist als würden wir um 150 Jahre zurückfallen, als die Ausrottung der ursprünglichen Einwohner des Südens von Argentinien noch als Heldentat auf dem Vormarsch der Zivilisation gefeiert wurde.

Der große wirtschaftliche Aufschwung, zu Jahresbeginn als gewiss angekündigt, lässt auf sich warten – und das bedeutet ganz besonders für die sozialen Gruppen unserer Kindertagesstätten anhaltende Arbeitslosigkeit und Verarmung, bei gleichzeitigem unaufhaltsamem Ansteigen der Lebenskosten.

Unser Ringen um den Zugang zu mehr staatlicher Förderung ist weiterhin wenig erfolgreich: Nachdem im April endlich die erste Rate für die Krippenabteilung ausgezahlt wurde, warten wir nun schon seit 4 Monaten auf die Anweisungen, die ab dem Monat Mai fällig sind – auf unseren Nachfragen bekommen wir hinhaltende Antworten „befindet sich in Bearbeitung“... Der gleichzeitig für den Kindergartenbereich eingereichte Antrag dagegen musste im Juni erneut gestellt werden „die Formulare haben sich geändert“ und eher zufällig erfuhren wir, dass der im Juli 2016 eingereichte Antrag verlorengegangen war. Falls wir diesmal mehr Glück haben, werden wir frühestens rückwirkend ab September dieses Jahres den betreffenden Zuschuss bekommen – wann allerdings das sein könnte ist völlig ungewiss.

Dagegen hat unser Bestreben hinsichtlich der Aufstockung des Zuschusses für die Erzieherinnengehälter im Kindergartenbereich bisher noch nichts bewegt – außer dem Vorschlag der Stadtregierung, unseren Kindergarten an die Kommunalverwaltung zu übertragen – ich weiß nicht wie ein solches Ansinnen in einem deutschen Kontext wirkt, aber für uns hier bedeutet es die Weigerung, sich für die Belange unserer Einrichtung einzusetzen, Hand in Hand mit dem Versuch – falls wir akzeptieren würden – sich mit den Lorbeeren zu schmücken, die ein „Ganztagskindergarten für die bedürftigen Familien unserer Stadt“ bringen würde – besonders in Wahlkampfzeiten. Denn am 22. Oktober finden hier die Zwischenwahlen statt, bei denen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene ein Teil der Abgeordneten neugewählt wird (nicht die Regierung selbst). Diese Zwischenwahlen werden allgemein als Barometer für die Akzeptanz und als Perspektive für die nächsten Regierungswahlen in zwei Jahren gewertet.

Nach mehr als 20 Monaten Amtszeit der im Dezember 2015 angetretenen Regierung – die ja im Falle der Stadt Quilmes derselben Parteigruppierung wie auf Bundes- und Landesebene angehört, lassen die Fakten trotz aller schönen Reden über die „Priorität für die ersten Lebensjahre“ keinen Zweifel, dass diese Priorität für die Bedürfnisse der sozial schwachen Familien und speziell ihrer Kinder nicht wirklich besteht. Unter diesem Vorzeichen ist es schwer, Zukunftsperspektiven für unsere Arbeit zu entwickeln.

Schwer – aber nicht unmöglich: Denn, so sagt unser Gemeindepräsident, auf unserer Seite haben wir den, für den die Kleinsten, Unscheinbarsten die Wichtigsten sind. Und so versuchen wir, auf verschiedenen Ebenen neue Formen des Fundrising zu entwickeln. Zum Beispiel den Aufbau einer lokalen Spendergruppe „Manos Amigas“ (Freundeshände) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schule in Quilmes und andere Aktionen.

Und wir erneuern die Bitte an Sie alle, auch in Zukunft mit uns auf dem Weg zu bleiben – um der Kinder und ihrer Familien willen. Um der Flamme der Hoffnung willen, die wir so nötig haben, hier bei uns und ebenso bei Ihnen.

In dankbarer Verbundenheit grüßt Sie

Claudia Lohff-Blatezky

 

Guter Kontakt zur Kindertagesstätte in Quilmes

Quilmes ist ein "Vorort" im Süden der Millionenmetropole Buenos Aires. Mehr als 400.000 Menschen leben hier. Die kleine deutsch-evangelische Gemeinde in Quilmes hat angesichts der Not der ärmsten Familien im benachbarten Slumgebiet ihr ehemaliges Gemeindehaus umgewidmet zu einer KiTa für ca. 120 Kinder.

Die Leiterin, Claudia Lohff-Blatezky, war schon mehrfach bei uns und hat immer wieder von der aktuellen Situation erzählt. In der Adventszeit erreichen uns "Briefe auf dem Weg zur Krippe", zu Ostern oder Pfingsten oder zum Gemeindefest kommen Grüße von dort per Email.  

Wir sind dankbar für diesen Kontakt und empfinden ihn keineswegs nur als Einbahnstraße einer finanziellen Unterstützung. Natürlich ist jeder Euro, den wir dorthin geben können, dort sinnvoll und nötig. Aber wir empfangen auch vieles aus dieser Partnerschaft.

"Wir sind arm, aber wir haben ein Herz füreinander". Allein dieses Zitat aus Quilmes gibt uns immer wieder Grund zum Nachdenken über das, was wirklich wichtig ist.  

Wenn Sie uns helfen wollen, die KiTa in Quilmes zu unterstützen, überweisen Sie Ihre Spende bitte mit dem Stichwort QUILMES auf unser Konto DE98 6415 0020 0000 1531 91 bei der KSK Tübingen. Eine Zuwendungsbestätigung wird Ihnen selbstverständlich zugesandt.

Bilder der Kindertagesstätte Quilmes