Unsere Gemeinde ist Mitglied der „Initiative Regenbogen“

Der Kirchengemeinderat hat in seiner Sitzung im November 2018 einstimmig beschlossen, der „Initiative Regenbogen“ beizutreten, die sich für die Gleichberechtigung und ein Ende der Diskriminierung von gleichgeschlechtlich lebenden Frauen und Männern einsetzt.
Damit sagen wir: Es ist für uns selbstverständlich, dass Lesben und Schwule zu unserer Kirche gehören. Menschen unterschiedlicher Lebensformen und sexueller Identitäten sind uns willkommen.
Wir treten ein für die Möglichkeit zur öffentlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und begrüßen die erneute Initiative unserer Kirchenleitung, Wege dafür zu öffnen.

Informationen dazu finden Sie auch bei der „Initiative Regenbogen“.

Im Folgenden schreiben drei Gemeindeglieder dazu ihre Gedanken:

Es ist an der Zeit!

Ich habe als KGRätin für den Beitritt zur Initiative Regenbogen gestimmt, weil ich in unserer Landeskirche ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und Benachteiligung von lesbischen Christinnen und schwulen Christen setzen möchte. Ich sehe es geradezu als Auftrag der Gründergeneration der Stephanusgemeinde an, mich für Toleranz und Offenheit einzusetzen. Dafür steht die Stephanuskirche! (Siehe Inschrift an der Kirchentür).

Für mich ist es selbstverständlich, dass Lesben und Schwule zur Kirchengemeinde gehören.

Aber geht es nicht über diese Personengruppe hinaus? Bei uns in der Gemein-de sind Alte und Junge, Benachteiligte, Fremde, Flüchtlinge und Menschen mit verschiedenen sexuellen Identitäten willkommen! In Zeiten von Populismus, Ausgrenzung von Minderheiten und Fremdenhass möchte ich als Vertreterin unserer Kirche eine offene und herzliche Haltung zeigen.

Sehen wir doch unsere Schwestern und Brüder als Gottes Geschöpfe an! Gott helfe uns immer wieder neu, ein weites und liebevolles Herz zu bewahren.

Monika Westemeier

Ich denke

an ein Foto unseres Kirchturms mit einem wunderschönen Regenbogen über der Stadt. Ist das nicht ein gutes Zeichen für die „Initiative Regenbogen“?Kirche darf bunt sein, auch unsere Gemeinde. Und genauso bunt ist auch die Liebe zwischen Menschen. Im Ja zur Vielfalt möchte die Initiative uns Mut machen, Menschen mit anderer sexueller Identität und mit unterschiedlichen Lebensformen willkommen zu heißen.

Mit diesem Beschluss ist unsere Gemeinde offen für Lesben und Schwule, für Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare und auch für Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit ihrer Partnerin / ihrem Partner im Pfarrhaus leben.

Annette Herrgott

Kirchliche Anerkennung der Homo-Ehe - muss das sein?

Als vor einigen Jahren die Diskussion über die Trauung / Segnung gleichgeschlechtlicher Paare aufkam, ging mir diese Frage durch den Kopf, da mir diese Lebensweise äußerst fremd ist und ich natürlich seit langem das Totschlagargument gegenüber jeder homosexuellen Beziehung bestens kenne: in der Bibel ist das verboten.

Trotzdem beschäftigt mich diese Frage sowohl gedanklich als auch in manchen Diskussionen, vor allem auf Grund persönlicher Bekanntschaft mit homosexuellen Personen in meiner Umgebung. Dabei gewann ich die Überzeugung, dass auch homosexuelle Personen ein starkes Interesse daran haben, ihre Lebensform, speziell ihre Partnerschaft unter Gottes Segen zu stellen, wie dies bei traditionellen Eheschließungen weit verbreitet ist.

Sie möchten ganz ausdrücklich ihr Leben und ihre Partnerschaft in der Verantwortung vor Gott führen, auch wenn sie wissen, dass viele fromme Leute dies für unmöglich halten. Für mich läuft dabei alles auf die Frage hinaus, ob die biblischen Aussagen / Ablehnungen für uns und unsere kirchliche Praxis in diesem Punkt unveränderlich sind oder ob diese Aussagen zu den zeitbedingten und damit änderbaren Vorschriften gehören.

Ich habe viele Anhaltspunkte dafür erkannt, dass Homosexualität meistens keine Frage einer Entscheidung, sondern angeboren ist. Deshalb sehe ich gute Gründe dafür, für die kirchliche Praxis davon auszugehen, dass die biblischen Aussagen kein Verbot darstellen.

Bei der sich dann stellenden Frage, ob die kirchliche Segnung / Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren auch in der Stephanuskirche angeboten werden soll, ist für mich das Argument, dass solche Feiern möglichst unspektakulär ablaufen sollten, besonders wichtig. Deshalb bin ich dafür, dass an möglichst vielen Kirchen diese Feiern durchgeführt werden, auch wenn der Andrang wohl nicht besonders groß sein wird. Deshalb freue ich mich über die Entscheidung unserer Gemeindeleitung, auch bei uns solche Feiern anzubieten.

Immanuel Stauch